ADMIN 03/14 stellt Erste-Hilfe-Tipps zu Windows-Rettung, Backup und Recovery bei Datenbanken vor und verrät wie man Linux-Systeme vollständig sichert und ... (mehr)

Fazit

Obwohl seit 2006 entwickelt, ist das außergewöhnliche Recovery-Tool vielen Admins unbekannt. Möglicherweise wird das Programm auch unterschätzt oder aufgrund der Tatsache, dass die Software aus Bash-Skripten basiert, nicht als professionell wahrgenommen. Dabei ist ReaR sehr professionell. Das gilt sowohl für den Code selbst als auch für das Projekt, das Ökosystem und den Entwicklungshintergrund. Die Realisierung über Bash-Skripte, die meist nicht länger als eine Bildschirmseite sind, sorgt nebenbei auch für die einfache Handhabung. Der Rest spielt sich in den wenigen Konfigurationsdateien ab (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2

Dateien

Datei/Verzeichnis

Funktion

/usr/sbin/rear

Rear-Tool

/etc/rear/local.conf

Systemspezifische Konfigurationsdatei

/etc/rear/site.conf

Site-spezifische Konfigurationsdatei. Wird nicht per Default angelegt. Kann über andere Deployment-Tools oder aus anderen RPM-/Debian-Paketen bereitgestellt werden.

/var/log/rear/

Log-Dateien

/tmp/rear

Temporäres Arbeitsverzeichnis. Muss nach einem Fehler manuell gelöscht werden.

/usr/share/rear

Alle Skript-Komponenten

/usr/share/rear/conf/default.conf

Kommentierte Standardkonfiguration mit sämtlichen verfügbaren Parametern, die der Admin nach Bedarf in »local.conf« oder »site.conf« kopieren kann. Hier finden sich unter anderem auch sämtliche »EXCLUDE« -Optionen zum exakten Festlegen des gewünschten Backup-Umfangs.

Dank gut gewählter Voreinstellungen ist die Konfiguration bei kleineren Projekten oder einzelnen Servern in der Tat sehr einfach und belohnt mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad, erlaubt aber bei komplexen Szenarien auch das Einbeziehen sehr individueller Details. Offenbar finden aber auch Kenner der Software die zahlreichen Highlights der Software erst, wenn sie sich eingehender mit ReaR beschäftigen und sich mit der Funktionsweise auseinandersetzen.

Das Besondere an ReaR liegt im modularen Design, der sehr einfachen Erweiterbarkeit und der Benutzerfreundlichkeit. Die Firma SEP hat ReaR sogar als Ersatz für das eigene Disaster-Recovery-Tool auserkoren und für die erforderliche SESAM-Unterstützung in ReaR gesorgt. Einzelheiten finden sich in der offiziellen Dokumentation zu SEP SESAM [8]. Damit ist SEP der erste kommerzielle Hersteller, der sich offen zu ReaR bekennt.

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