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Das Titelthema im ADMIN 04/14 "Vernetzt speichern" sind Netzwerkdateisysteme, etwa Samba 4, verteilter Storage mit Ceph & GlusterFS und der Unix-Klassiker ... (mehr)

FreeNAS 9.2.1 unterstützt SMB3

Der Projektmanager Jordan Hubbard hat auf der FreeNAS-Mailingliste die Verfügbarkeit der neuesten Version der freien NAS-Distribution bekannt gegeben. In FreeNAS 9.2.1 haben die Entwickler gegenüber der Version 9.2.0 etwa 190 Bugs gefixt, die grafische Oberfläche überarbeitet und die Performance verbessert.

Zentrales Feature ist aber die Aktualisierung des mitgelieferten Samba-Pakets auf die Version 4.1.3. Damit beherrscht FreeNAS nun das SMB3-Protokoll ohne die vorher gelegentlich auftretendenen Crashes, die der Grund dafür waren, dass FreeNAS sich bisher per Default auf das SMB2-Protokoll beschränkte.

Somit unterstützt FreeNAS nun auch serverseitiges Kopieren von Dateien (Server-side Copy), ohne dass die Dateien dafür erst einen Umweg über das Netz und ein Clientsystem nehmen müssten. Das Clientsystem muss die Operation allerdings ebenfalls unterstützen. Das tun beispielsweise Windows Server 2012 (R2) und Windows 8. Die neu verfügbare Version lieget diesem Heft als Datenträger bei.

Microsoft wird Teil von Open Compute

Auf dem Open Compute Summit hat Bill Laing, der Corporate Vice President, Cloud & Enterprise, die künftige Teilnahme Microsofts am Open-Compute-Projekt bekanntgeben. Im Rahmen dessen hat Microsoft die Spezifikation der Hardware veröffentlicht, die der Azure Cloud zugrunde liegt. Dabei handelt es sich um zwei Blade-Designs, von denen das eine für die Recheneinheit, das andere für Storage gedacht ist.

Eine Compute-Einheit besitzt zwei Intel-Prozessoren Xeon ES-2400 v2 mit sechs DIMM-Speicherslots und nimmt die halbe Breite eines Einschubs ein. Anschlüsse gibt es beispielsweise für 10-GBit-Ethernet (optional Dual-Port) oder Dual 4x SAS mit sechs GBit. Eine Storage-Einheit kann laut Microsoft bis 60 TByte an Festplattenspeicher aufnehmen.

Die Veröffentlichung umfasst die CAD-Modelle der Gehäuse, die Platinenlayouts für das Management-Board, die Spannungsversorgung und die Backplane, die die Einschübe verbindet. Auch der Quellcode für Management und Diagnose soll frei zugänglich sein. MS Opentech hat bereits den Quellcode für den Chassis Manager auf Github bereitgestellt. Nach eigenen Aussagen spart Microsoft mit dem Design 40 Prozent Serverkosten, 15 Prozent Energie und 50 Prozent an Installations- und Servicekosten ein.

Open Compute wurde von Facebook gegründet, um Infrastruktur-Anbieter zusammenzubringen, die Erfahrungen und Spezifikationen beim Bau von Rechenzentrums-Harddware austauschen möchten.

Lenovo kauft IBM-Serversparte

Der chinesische PC-Hersteller Lenovo übernimmt die Server-Sparte von IBM für 2,3 Milliarden US-Dollar, etwa 1,7 Milliarden Euro. Lenovo verkauft weltweit die meisten Personal-Computer, nachdem es bereits 2005 die PC-Sparte von IBM für rund 1,75 Milliarden US-Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) gekauft hat.

IBM und Lenovo hatten bereits im letzten Jahr über den Verkauf des Server-Geschäfts verhandelt, waren aber nicht zu einer Übereinkunft gekommen. Damals hatte IBM noch mindestens 4 Milliarden Dollar (3 Milliarden Euro) gefordert. In der neuen Runde gehörten nach Medienberichten auch Dell und Fujitsu zu den Bietern. Der Jahresumsatz von IBM beträgt rund 3,7 Milliarden Euro.

Mit dem Verkauf geht IBM weiter weg vom Hardware-Hersteller zum Anbieter von Diensten und Softwarelösungen für Geschäftskunden und Regierungen. Dazu zählt Steven A. Mills, stellvertretender Leiter von IBM Software and Systems, die Bereiche Big Data, Cloud Computing und Cognitive Computing. Das letztere Schlagwort bezieht sich auf die Forschung an Computern, die statt der etablierten von-Neumann-Architektur zu folgen unter anderem mit künstlichen neuronalen Netzen die Struktur des menschlichen Gehirns nachbilden und die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorantreiben sollen.

Auch im Bereich Cloud Computing ist IBM aktiv und hat sich letztes Jahr durch den Zukauf der Firma Softlayer dabei verstärkt.

Videokonferenzlösung von Google für 1000 Dollar

Google hat mit der Chromebox for Meetings seine bestehenden Technologien Chrome OS und Hangouts zu einer Lösung für Videokonferenzten kombiniert. Bei der Chromebox for Meetings handelt es sich um einen mit Googles Browser-orientiertem Betriebssystem Chrome OS ausgestatteten Minicomputer. Er ist für die Verwendung von Googles Videotelefoniesoftware Hangouts zugeschnitten. Für den Preis von 999 US-Dollar sollen Unternehmen damit Videokonferenzen abhalten können, ohne sich mit Konfiguration und Wartung befassen zu müssen. Dank der Verfügbarkeit von Hangouts für praktisch alle Plattformen, darunter Android- und iOS-Mobilgeräte, verspricht die Lösung einfachen Zugang auch für externe Mitarbeiter und Kunden.

Im Preis enthalten ist neben der Chromebox von Asus selbst ein Wartungs- und Supportvertrag für das erste Jahr. Anschließend kostet dieser weitere 250 US-Dollar jährlich. Des Weiteren gehört zur Chromebox for Meetings eine hochauflösende 1080p-Webcam, die die Übertragungsqualität automatisch an die verfügbare Netzbandbreite anpasst. Für den Ton in beide Richtungen ist ein Lautsprecher mit integriertem Mikrophon zuständig. Ferner liegt dem Gerät eine Fernsteuerung bei.

Zunächst ist das Gerät nur auf dem US-amerikanischen Markt erhältlich. In den kommenden Monaten soll es auch nach Australien, Kanada, Frankreich, Japan, Neuseeland, Spanien und Großbritannien kommen. Wann es deutsche Kunden kaufen können, ist noch unbekannt.

Docker 0.8 unterstützt Btrfs und OS X

Das Open-Source-Projekt Docker, das Anwendungen in handliche Container verpackt, ist in Version 0.8 erschienen. Die neue Ausgabe unterstützt das Dateisystem Btrfs, derzeit allerdings nur versuchsweise, sowie Apples Betriebssystem OS X. Bislang lief Docker nur auf 64-Bit-Linux-Systemen und setzte dazu das Overlay-Dateisystem AuFS voraus; künftige Ausgaben sollen mehr und mehr Architekturen und Betriebssysteme unterstützen. Bei der OS-X-Variante verwendet Docker allerdings zusätzlich Virtualbox, um eine kleine Linux-Distribution zu starten.

Weiterhin stattet Version 0.8 den Docker-Builder mit neuen Features aus. Mit ADD-Caching sparen sich Entwickler das erneute Hochladen von unverändertem Quellcode, wenn sie einen Container um neue Funktionen ergänzen. Das spart Zeit beim Neubau, vor allem wenn ein Container häufig neu kompiliert wird. Daneben betonen die Entwickler, dass sie viel Zeit in die Fehlersuche, ins Beheben von Performanceproblemen, ins Schreiben von Tests und in die Verbesserung der Dokumentation investiert haben.

Abgesehen von den neuen Features und Patches haben sich die Docker-Entwickler neue Methoden für die weitere Entwicklung verordnet. Sie wollen von nun an jeden Monat eine neue Docker-Version veröffentlichen, in der ersten März-Woche steht demnach Version 0.9 an. Diese Releases sind also Zeit- und nicht Feature-basiert und enthalten alle Neuerungen, die zum Stichtag fertig sind.

Erste offizielle Zahlen zur Internet-Überwachung

Seit Edward Snowden die Internet-Überwachungstechniken US-amerikanischer und anderer Behörden an die Öffentlichkeit gebracht hat, fragen sich Datenschützer, wieviele private Informationen ihrer Nutzer große Anbieter wie Microsoft und Google dem Geheimdienst überlassen haben. Diese haben sich vor einem Gericht nun das Recht erstritten, einige Details über den Umfang ihrer erzwungenen Kooperation bekannt zu geben. Sie konnten mit ihrer Klage die ihnen von einem speziellen Geheimgericht (FISC) auferlegte Geheimhaltungspflicht teilweise auflockern. Solche FISC-Gerichte sind es auch, die im Rahmen des Foreign Intelligence Surveillance Act (Gesetz zum Abhören in der Auslandsaufklärung, FISA) Firmen zur stillschweigenden Herausgabe von Informationen über ihre Nutzer zwingen können.

Die nun veröffentlichten Zahlen geben allerdings weiterhin nur eine oberflächliche Dimension der Überwachung preis und beschränken sich vorerst auf das erste Halbjahr 2013. Einen Antrag von Google, auch Art und Begründung einer per FISA angeordneten Überwachung veröffentlichen zu dürfen, wehrte das US-Justizministerium ab. Eine Unterscheidung zwischen FISA-Anfragen und National Security Letters, einer rechtlichen Anordnung durch die US-Bundespolizei FBI, dürfen die Konzerne nur in Größenordnungen von 250er-Schritten publizieren. Des Weiteren dürfen nur Zahlen über die Anzahl überwachter Accounts an die Öffentlichkeit dringen, nicht über die Zahl überwachter Personen; aufgrund gemeinsam genutzter Konten einerseits und der Verwendung mehrerer Konten durch Einzelpersonen andererseits erlaubt die Zahl deshalb keine exakten Rückschlüsse.

An der Spitze der Überwachungsanfragen bewegt sich im fraglichen Zeitraum von Januar bis einschließlich Juni 2013 Yahoo mit über 30 000 überwachten Accounts. Es folgen Microsoft mit über 15 000 und Google mit knapp 10 000 Konten. Facebook lieferte Informationen über etwas mehr als 5000 Konten und bei LinkedIn blieb die Zahl im fraglichen Zeitraum unter 250.

Updates für HP-Server künftig nur noch für zahlende Kunden

HP hat angekündigt, einige Updates für die Firmware seiner Server ab dem 19. Februar nur noch Kunden mit kostenpflichtigem Wartungsverträgen zur Verfügung zu stellen. Dies betrifft die Produkte der HP-ProLiant-Reihe, die sich an kleine und mittlere Unternehmen richtet, und gilt für Service Packs und "ausgewählte Firmware-Updates". Sie stehen nur noch über das HP Support Center zur Verfügung; Zugriff erhält, wer ein Produkt mit noch laufender Garantie oder einen Support-Vertrag besitzt sowie HP-CarePack-Kunden. Welche Updates genau betroffen sind, lässt HP bislang offen.

Mary McCoy, HP-Vizepräsidentin und zuständig für die Abteilung Servers und Support, begründet die Umstellung mit dem Schutz des geistigen Eigentums der Firma, also der im Hause entwickelten Firmware. Strategisch will HP damit wohl vor allem den Weiterverkauf gebrauchter HP-Hardware einschränken, von denen der Hersteller nicht direkt profitiert. Daneben könnte die Firma unabhängige Drittanbieter von Support für HP-Produkte damit vom Markt drängen.

Facebook speichert auf Bluray

Auf dem Open Compute Summit hat Facebook ein Robotersystem vorgestellt, dass dauerhaft große Datenmengen auf Bluray-Disks speichert. Dies ist nötig, weil Facebook alle Benutzerdaten speichern möchte, auch wenn sie nur selten oder sogar nie benötigt werden. Für diesen sogenannten "Cold Storage" sucht Facebook seit längerem nach einer kostengünstigen Lösung, etwa spezielle Flash-Speicher, die über geringe Schreibperformance verfügen, aber dafür wenig Strom verbrauchen. Da es eine solche Technologie noch nicht gibt, erprobt Facebook jetzt die Lösung mit dem selbstgebauten Bluray-Storage.

Ein Bluray-Rack besitzt 24 Magazine mit je 36 Cartridges, in denen je 12 Bluray-Disks stecken, also insgesamt über 10 000 Speicherscheiben. Im Testbetrieb speichert Facebook damit um die 30 PByte an Daten. Wenn keine Daten gelesen oder gespeichert werden, verbraucht das System laut Facebook nur wenig mehr als 0 Watt, im aktiven Zustand immer noch unter 1000 Watt. Dies entspricht einer Kostenersparnis von 50 Prozent gegenüber Festplatten-Storage, während 80 Prozent Energie eingespart wird. Die von Facebook verwendeten Bluray-Disks besitzen eine garantierte Haltbarkeit von 50 Jahren. In den kommenden Monaten will Facebook noch mehrere solcher System in Betrieb nehmen. In einem Video demonstriert der Projektleiter Giovanni Coglitore das neue System [1].

Lenovo kauft Motorola von Google

Der chinesische Hersteller Lenovo ist auf Einkaufstour. Nach dem Kauf der Serversparte von IBM letzte Woche hat nun Google den Verkauf von Motorola Mobility an Lenovo für rund 2,1 Milliarden Euro bekanntgegeben. Google hatte den Mobiltelefonhersteller erst 2012 aufgekauft, um selbst einen Hersteller für Android-Smartphones zu kontrollieren. Das Unternehmen hatte damals noch 12,5 Milliarden US-Dollar, also etwa 9,2 Milliarden Euro für Motorola bezahlt, davon aber etwa 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) bereits durch den zwischenzeitlichen Verkauf der Set-Top-Boxensparte von Motorola wieder eingenommen.

Google war nach eigenen Angaben beim Kauf von Motorola vor allem an den Patenten der Firma interessiert. Allerdings gelang es nicht, damit den Verkauf von Apples IPhone oder anderer Konkurrenten juristisch zu blockieren. Google will sich nun auf die Entwicklung des Linux-basierten Android-Betriebssystems konzentrieren und im Smartphone-Geschäft die Finger von der Hardware lassen. Die Firma betont aber, dass das andere Hardware-Projekte wie Google Glass nicht betreffe. Dazu passt, das Google in den letzten Monaten durch die Übernahme von Firmen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik und sogenannter intelligenter Geräte aufgefallen ist.

Lenovo hingegen bekräftigt seine Ambitionen im Smartphone-Bereich. Der Motorola-Kauf gilt als Ersatz für das gescheiterte Übernahmeangebot für Blackberry im letzten November. Lenovos Geschäftsführer Yang Yuanqing hofft, dass seine Firma dieses Jahr 100 Millionen Smartphones verkauft. 2013 waren es noch 45 Millionen, im Jahr davor unter 30 Millionen.

Seagate spezifiziert Open-Storage-Plattform Kinetic

Auf dem Open Compute Summit hat Seagate zwei Neuerungen für seine Open-Storage-Plattform Kinetic vorgestellt. Das eine ist die Spezifikation des Kinetic Ethernet Drive Interface, die künftig als offener Standard von Open Compute gelten soll. Das andere ist der T-Card Development Adapter, der es ermöglicht, SAS-Platten über Ethernet anzubinden. Damit können Entwickler kostengünstig die Funktion von Festplatten in einem Kinetic-Storage-Verbund testen.

Kinetic wurde im Oktober 2013 von Seagate als offene Storage-Plattform vorgestellt, die neben klassischem File- und Block- auch Objekt-Storage bereitstellt. Als Applikations-Interface bietet Kinetic dafür Key/Value-Zugriff, den das System selbständig ohne zusätzliche Steuerungssoftware realisiert, indem die beteiligten Festplatten über Ethernet untereinander kommunizieren. Die Seagate Kinetic Drives verfügen dazu über zwei 1-GBit SGMII Ethernet-Ports. Weitere Informationen und Entwickler-Tools sind im Kinetic Open Storage Documentation Wiki [2] zu finden.

Samba Experience steht an

Vom 13. bis 16. Mai 2014 findet die diesjährige internationale Anwender- und Entwickler-Konferenz Samba Experience in Göttingen statt. Inhaltliche Schwerpunkte legt die sambaXP 2014 unter anderem auf Neuerungen, die SMB3 mit sich bringt. Außerdem werden die Themen Active Directory, OpenStack und der zunehmende Support für Apple-Clients eine Rolle spielen. Nach der Einstellung des Apple-eigenen Protokolls AFP ist SMB unter Mac OS X nun das bevorzugte Netzwerkprotokoll für den Austausch von Daten. Alle Informationen für Vortragende wie Teilnehmende finden sich auf den Konferenz-Seiten.

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