Editorial

Alles Gute!

Besonders in kleineren Firmen ohne eigenes IT-Sicherheitsteam fällt es Administratoren schwer, mit zunehmend gehäuften und raffinierten Angriffen umzugehen. ... (mehr)

Ein Ungetüm feiert Geburtstag: Vor einem Jahr, am 25. Mai 2018, endete die Umsetzungsfrist zur Europäischen Datenschutz-Grundverordnung – Panik machte sich vielerorts breit. "Montiert die Klingelschilder ab", empfahl die Interessengemeinschaft "Haus & Grund" Vermietern, nachdem ein Mieter in Wien auf sein Recht auf Privatsphäre auf Grundlage der neuen Verordnung gepocht hatte. Inwiefern allerdings eine Datenverarbeitung im Sinne der DSGVO auf Klingelschildern stattfindet, blieb schließlich unklar. Selbst die Bundesdatenschutzbeauftragte sah sich genötigt, die Ausnahme von Klingelschildern im Rahmen der DSGVO zu bestätigen.

Zwischenzeitlich hat sich der Staub gelegt und die anfängliche Aufregung ist einem gewissen Pragmatismus gewichen – auch auf Seiten der Hersteller. Dem dürfte es auch zu verdanken sein, dass die DSGVO angesichts aktueller technologischer Entwicklungen wie auch diverser Datenskandale in einem zunehmend positiven Licht erscheint. Denn während die Redaktion die Mai-Ausgabe zusammenstellt, bieten vier Telekommunikationsanbieter in Mainz Milliardenbeträge, um die ersten 5G-Frequenzen einzuheimsen. Breitband an jeder Milchkanne (oder überhaupt mal Internet), lautet das Motto. Wirklich alles und jeder soll permanent digital angebunden werden. Was liegt da näher, als diese Unmengen an Daten auch zu monetarisieren? Kombiniert mit Verhaltensanalyse durch Machine Learning, immer mehr biometrischen Anwendungen und irreversibler Datenhaltung in Blockchains droht uns ein Cocktail des Datenschutzgrauens. Gut, dass die DSGVO einen europaweiten Rahmen setzt.

Gleiches gilt für die immer weiter gehende Auswertung von Nutzerverhalten online, egal ob in Clouddiensten oder dem lokalen Betriebssystem. Anfang April entzündete sich auf unserem Facebook-Konto eine kleine Diskussion darüber, ob Microsoft es seinen Kunden ermöglichen sollte, die Sammlung von Telemetriedaten ganz abzuschalten. Einerseits nützt die Datensammelei allen, wenn Microsoft (oder jeder andere Software-Anbieter) damit seine Produkte verbessern kann. Andererseits gebietet es aber auch der Respekt vor den eigenen Kunden, zumindest eine offizielle Opt-out-Möglichkeit zu schaffen. Immerhin dürfen wir unsere gesammelten Informationen in einigermaßen guten Händen wissen, DSGVO sei Dank.

Eine besondere Art von Geburtstagsgeschenk hat der Verordnung übrigens Facebook-Chef Marc Zuckerberg gemacht. Er fordert eine weltweite Internetregulierung mit dem europäischen Datenschutz als Vorbild. Happy Birthday und allen Lesern viel Freude mit unserer Mai-Ausgabe wünscht

Daniel Richey

Stellv. Chefredakteur, Chef vom Dienst

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Ausgabe /2019