Fast jedes dritte größere deutsche Unternehmen beteiligt sich an Open Source

19.02.2020

Während über zwei Drittel der größeren Unternehmen in Deutschland bewusst Open-Source-Software einsetzen, wirkt fast ein Drittel an deren Entwicklung mit. Diese und zahlreiche weitere Erkenntnisse über freie Software im Business-Umfeld förderte die Bitkom in einer Umfrage für ihren aktuellen "Open Source Monitor" zutage.

Größere deutsche Unternehmen beteiligen sich überraschend gerne an der Entwicklung von Open-Source-Software. Das ergab eine vom Digitalverband Bitkom unter mehr als 800 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern beauftragte Umfrage für seinen Studienbericht zum "Open Source Monitor": So bejahten 31 Prozent der befragten Firmen eine generelle Beteiligung, von denen wiederum rund die Hälfte (55 Prozent) direkt einzelnen Mitarbeitern oder Teams grünes Licht für derartige Aufgaben gibt. 39 Prozent beteiligen sich als zahlende Mitglieder oder Sponsoren von Open-Source-Organisationen finanziell. Während 24 Prozent der Unternehmen eigene Projekte der Community zur Verfügung stellen, machen dies 15 Prozent via von den eigenen Entwicklern veränderten Open-Source-Quellcode.

 

"Open Source ist heute keine Gegenkultur mehr, sondern Open Source ist eine einflussreiche Bewegung, die auf einer breiten globalen Basis steht", sagt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom. "Open Source heißt: Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen teilen sich bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Software den Aufwand und die Ressourcen. Das ist insbesondere auch bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain von großer Bedeutung."

 

Motivational erwarten sich die sich an Open Source beteiligenden Firmen von ihrem Engagement, in erster Linie Geld zu sparen (86 Prozent), gefolgt von Personal-Einsparungen (38 Prozent). Aber auch immatrielle Motive spielen eine große Rolle wie die Mitwirkung aufgrund des eigenen Open-Source-Verständnisses (67 Prozent) und als wichtiger Bestandteil der Shared Economy (62 Prozent). Ebenso erhofft sich mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) durch sein Open-Source-Engagement, bei aktuellen Trends und Themen auf dem Laufenden zu bleiben, und beziehen sich fast genauso viele auf ihre Mitarbeiter, die durch ihr Mitwirken an freier Software motiviert würden (48 Prozent) oder sich weiterbilden könnten (47 Prozent).

 

Von der Nutzungsseite her gaben über zwei Drittel der befragten Firmen (69 Prozent) an, bewusst Open-Source-Software einzusetzen, wobei allerdings nur insgesamt rund jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) über eine Open-Source-Strategie verfügt. Wiederum 88 Prozent der Firmen sehen Vorteile beim Einsatz von quelloffener Software wie Kosteneinsparung (17 Prozent), hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates oder Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern (je 9 Prozent).

 

Die komplette Studie "Open Source Monitor 2019" ist auf der Webpräsenz der Bitkom downloadbar.

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