Happy Birthday, PC!

12.08.2011

Heute vor 30 Jahren markierte IBM einen Meilenstein der Informationstechnik, ohne den unsere heutige durch und durch computerisierte Welt schwer vorstellbar wäre: Es schlug die Geburtsstunde des IBM PC.

Diejenigen, die vor genau 30 Jahren den Grundstein legten, ahnten nicht, welche Revolution sie lostreten sollten. Im Gegenteil, zunächst schien die Perspektive wenig verheißungsvoll: IBM war am 12. August 1981 mit seinem Kleinrechner 5150 eigentlich zu spät dran. Apple hatte mit dem Apple II schon seit 1977 einen sehr erfolgreichen Heimcomputer am Start, zu Jahresbeginn war Commodore in Europa mit dem "Volkscomputer" VC 20 ins Rennen gegangen und auch HP war seit einem Jahr mit dem HP-85 präsent. Big Blues Rückstand war vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass man zu jener Zeit den PC als Emanzipation vom Mainframe begriff, dessen bedeutendster Hersteller gerade IBM war. Dennoch war es schließlich der Spätstarter, der PC, den es dann doch von IBM gab, der sich als Standard für Arbeitsplatzrechner etablierte.

Dabei war es gar nicht so sehr die überlegene Performance. Die Leistungswerte muten aus heutiger Sicht im Gegenteil fast lächerlich an: Eine Festplatte gab es noch nicht, das Betriebssystem bootete von einer 5,25-Zoll-Diskette. Die Intel-CPU war mit gerade einmal 4,7 MHz getaktet und in den Arbeitsspeicher passten höchstens 64 KByte. Aber das Systemdesign war zukunftsweisend: Ein modularer Aufbau erlaubte bereits die Erweiterung durch Steckkarten. Zudem wurde die Spezifikation offengelegt und andere Hersteller durften ähnliche Rechner ohne Lizenzkosten nachbauen. Auch beim Betriebssystem traf man eine Entscheidung, die sich als erfolgreich erwies: IBM lizenzierte das PC-DOS 1.0 der jungen Firma Microsoft (die Komponenten dafür selber schnell zusammenkaufen musste). Bald gab es für diese später "Wintel" getaufte Kombination gängige Office-Software wie Lotus 1-2-3, was den Absatz weiter beförderte. So wurde ein Standard geboren, den jahrzehntelang kein Hersteller mehr ignorieren konnte. Marktforscher schätzen, das 2011 405,9 Millionen PCs verkauft werden.

Allein für Deutschland kommt das European Information Technology Observatory (EITO) auf 13,7 Millionen verkaufte PC. Es mag allerdings sein, dass diese Zahlen schon einen Zenit markieren. Noch einmal 30 Jahre und es werden sich vielleicht nur wenige zurückerinnern können an die Zeit, in der drolligerweise jeder einen kompletten Rechner, den man PC nannte, auf dem Tisch stehen hatte oder mit sich herumtrug. Nur Ältere werden sich ins Gedächtnis rufen, dass sich damals jeder selbst mit Installation und Fehlersuche herumschlagen und um Konfiguration und Updates kümmern musste, schlimmstenfalls sogar programmierte. In 30 Jahren, wenn der alte Sun-Slogan "Das Netz ist der Computer" Wirklichkeit geworden sein wird, kann man sich das womöglich nicht mehr vorstellen. Dann wird der Anwender sicher über ein schlichtes Terminal so viel Rechenleistung aus einer Cloud beziehen, wie er eben braucht und bezahlen kann, und er wird nichts mehr wissen von Abstürzen und Performanceengpässen und all den Problemen, die unsichtbare Spezialisten hinter den Kulissen für ihn regeln. Des ersten IBM PCs wird man dann womöglich auch nicht mehr gedenken. Denn so wie junge Leute heute kaum mehr aus eigenem Umgang Schallplatten, Rechenschieber oder Schreibmaschinen kennen, werden sie vielleicht bald auch nicht mehr wissen, was ein PC gewesen ist.

P.S.: Vielleicht haben Sie auch noch persönliche Erinnerungen an die Jugendzeit des IBM PC? Dann würden wir uns freuen, wenn SIe uns hier in einem Kommentar zu diesem Beitrag davon erzählen.

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