Virtualisierung kostenlos mit VMware vSphere

Geschenkter Gaul

Mit dem kostenlosen vSphere Hypervisor 5.0 können Unternehmen professionell in die Virtualisierung einsteigen. Die Einrichtung ist nicht sehr kompliziert und die Virtualisierungslösung ist schnell einsatzbereit.
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Der Virtualisierungsmarkt ist hart umkämpft, spätestens seit in den Linux-Kernel ein leistungsfähiger Hypervisor zum Nulltarif eingezogen ist. Doch auch der Marktführer VMware stellt eine Virtualisierungslösung kostenlos zur Verfügung: Beim vSphere Hypervisor 5.0 handelt es sich um den Nachfolger des ebenfalls kostenlosen ESXi-Server. Für den Einstieg in die Virtualisierung bietet vSphere alle wichtigen Funktionen. Sind weitere Features wie Hochverfügbarkeit oder eine bessere Datensicherung von virtuellen Servern notwendig, lässt sich VMware vSphere Hypervisor zu höheren Editionen von vSphere aktualisieren. Eine Neuinstallation ist dazu nicht notwendig.

vSphere Hypervisor (ESXi) versus VMware Server

Der VMware Server steht ebenfalls kostenlos zur Verfügung, ist allerdings im Vergleich zu vSphere Hypervisor deutlich eingeschränkt. vSphere Hypervisor verwendet die gleiche Virtualisierungstechnik wie die Enterprise-Edition. Als Basis dient ein eigenes Betriebssystem, das auch ungeübte Administratoren schnell und einfach installieren und das für die Virtualisierung optimal eingerichtet ist. VMware Server setzt auf Windows oder ein Linux auf. Die Leistung ist deutlich geringer, da sich zum Beispiel auch der Arbeitsspeicher nicht zwischen den einzelnen virtuellen Server verteilen lässt. Unternehmen, die virtuelle Maschinen mit VMware Server betreiben, können in den meisten Fällen problemlos zu vSphere Hypervisor migrieren.

Die kostenlose Edition von vSphere ist in mehrfacher Hinsicher eingeschränkt, zum Beispiel unterstützt sie maximal 32 GByte RAM und bietet keine Möglichkeiten zur Datensicherung. Auch die zentrale Verwaltung, etwa mit vSphere Center, ist damit nicht möglich. Mit der kostenlosen Edition können Unternehmen aber bereits eine Virtualisierungs-Infrastruktur aufbauen, die sich ohne Probleme erweitern lässt. Die einzelnen Editionen und deren verschiedenen Möglichkeiten stellt VMware auf der Seite [1] vor.

Bei vSphere handelt es sich um ein Produkt, das Sie direkt auf der Hardware installieren, also nicht etwa auf einem Windows-Server. Die ISO-Datei zur Installation von vSPhere Hypervisor 5 steht auf der Seite [2] zum Download bereit. Sie müssen sich für den Download registrieren und erhalten auch eine Lizenznummer, mit der Sie den Server nach der Installation freischalten. Ohne diese Nummer läuft auch die kostenlose Edition nur 60 Tage lang. Administratoren können mit vSphere Hypervisor eigene virtuelle Server erstellen, aber auch vorkonfigurierte Server herunterladen und integrieren. Dazu bietet VMware unter [3] eine große Anzahl fertiger Virtual Appliances. Die Verwaltung des Servers geschieht über den vSphere-Client, den es ebenfalls kostenlos gibt.

Um vSphere Hypervisor einzusetzen, laden Sie die ISO-Datei herunter und brennen das Image als CD, mit der Sie den Server installieren. Die Installation erfolgt über einen Assistenten, der auch unerfahrene VMware-Administratoren nicht überfordert. Die assistentengestützte Installation ist problemlos auf praktisch allen Servern möglich und sehr schnell erledigt. Allerdings sollten Unternehmen, die vSphere Hypervisor produktiv einsetzen wollen, auf kompatible Hardware setzen. Dazu stellt VMware eine Kompatibilitätsliste zur Verfügung [4].

vSphere Hypervisor installieren und einrichten

Nach der Installation müssen Sie zunächst direkt auf dem Server mit »Configure Management Network« die Netzwerkeinstellungen festlegen. Standardmäßig ruft der Hypervisor per DHCP IP-Adressen ab. Haben Sie das Netzwerk konfiguriert, installieren Sie auf einem Windows-Rechner den vSphere-Client, den Sie auf der Downloadseite von vSphere Hypervisor finden. Alternativ können Sie nach der Installation des Servers auch dessen Webfrontend mit der Adresse »https://IP-Adresse« aufrufen. Hier können Sie ebenfalls den Client herunterladen, den Server aber nicht verwalten.

vSphere Hypervisor bietet auch eine Möglichkeit zur Verwaltung über eine Befehlszeile, das vSphere Command-Line Interface (vCLI). Allerdings können Sie in der kostenlosen Edition nur Abfragen durchführen, aber nichts konfigurieren. Daher ist das Werkzeug beim Einsatz von vSphere Hypervisor recht nutzlos. vCLI laden Sie ebenfalls über die Hypervisor-Seite herunter.

Haben Sie den vSphere-Client installiert, starten Sie ihn und geben die IP-Adresse des Servers ein. Als Benutzername verwenden Sie »root« und das Kennwort, das Sie während der Installation vorgegeben haben. Direkt am Bildschirm des Servers können Sie das Kennwort über »Configure Password« anpassen. Später können Sie problemlos weitere Benutzer anlegen und den Server sogar mit einem Active Directory verbinden, um die Authentifizierung über Domänencontroller durchzuführen.

Nach der Eingabe der Daten verbindet Sie der Client mit dem Server. Erhalten Sie eine Zertifikatswarnung, bestätigen Sie diese. Die Verwaltung des Servers starten Sie durch Klicken auf »Bestandsliste« . Sie erhalten nach der Installation die Meldung, dass die Testlizenz nach 60 Tagen ausläuft. Sie müssen daher im Client zunächst die Lizenznummer eintragen, die Sie bei der Registrierung des Servers erhalten haben. Verbinden Sie sich zunächst über den vSphere-Client mit dem Server, und wechseln Sie auf die Registerkarte »Konfiguration« . Klicken Sie bei Software auf den Link »Lizenzierte Funktionen« , dann bei »ESX Server-Lizenztyp« auf »Bearbeiten« . Aktivieren Sie die Option »Diesem Host einen neuen Lizenzschlüssel zuweisen« . Klicken Sie auf »Schlüssel eingeben« , tragen Sie den Schlüssel ein und bestätigen Sie alle Fenster. Anschließend sehen Sie im Fenster, dass der Server unbegrenzt lizenziert ist (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ohne Lizenzierung funktioniert auch der kostenlose vSphere Hypervisor nur 60 Tage lang.

Virtuelle Netzwerke verwalten

Nach der Anmeldung mit dem vSphere-Client am neuen ESXi-Server sollten Sie die verschiedenen Netzwerkkarten des Servers den virtuellen Switches auf dem ESXi-Server zuweisen. Dazu öffnen Sie die Registerkarte »Konfiguration« und klicken dann im Bereich »Hardware« auf »Netzwerk« . In diesem Bereich erstellen Sie neue Netzwerke und legen fest, welche Netzwerke zur Verwaltung dienen und welche für die virtuellen Maschinen gedacht sind (Abbildung 2). Bei »Netzwerkadapter« sehen Sie die physischen Netzwerkkarten des Servers und deren interne Bezeichnung in vSphere.

Abbildung 2: Über den vSphere-Client lassen sich die virtuellen Netzwerkkarten und Switches verwalten.

In diesem Bereich sehen Sie auch die einzelnen virtuellen Server, welche die Netzwerkkarten nutzen. In diesem Feld können Sie für jede physische Netzwerkkarte im Server virtuelle Netzwerke anlegen und Servern zuweisen. In den Einstellungen der virtuellen Server legen Sie wiederum fest, welche der angelegten virtuellen Netzwerke der Server nutzen soll.

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