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Benutzerspezifische Plugins

Mit dem mitgelieferten Set an Plugins, Smit NMP und WMI kann OpenNMS schon sehr viele Details der überwachten Systeme erfassen. Wo ältere oder unfreie Applikationen diese Möglichkeiten nicht unterstützen, ist aber auch noch nicht Hopfen und Malz verloren. Wer sich die vorhandenen Plugins in »netmgt/pollers/monitors/« ansieht, wird bemerken, dass es gar nicht so schwer ist, ein solches Plugin zu programmieren. Das Plugin testet auf irgendeine Weise seinen Service und gibt dann einen »serviceStatus« -Code zurück, der angibt, ob der Service verfügbar oder nicht verfügbar ist oder nicht antwortet. Dazu kann eine Logmeldung kommen (wie "no route to host" oder "TCP connection timed out"). Die meisten Plugins bestehen aus 200 bis 300 Zeilen Java-Code.

Alternativ kann man den General Purpose Poller verwenden, der ein externes Skript oder Programm aufruft, das seinerseits den Service testet. Auf diesem Weg lassen sich Prüfskripte in jeder beliebigen Sprache verfassen oder Kommandozeilen-Utilities einbinden, die unter Umständen mit der Applikation geliefert werden, um deren Zustand zu checken.

Um all diese Prüfergebnisse kurz und klar darzustellen, bietet OpenNMS Reports und Diagramme. Einige werden bereits vordefiniert mitgeliefert, andere kann sich der Anwender nach seinen Wünschen einrichten. Derartige Reports lassen sich auch automatisch per E-Mail versenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Daten in Maps darzustellen. Das klappt mit externen Services wie Google Maps aber auch mit in SVG erstellten Maps, die etwa eine grafische Übersicht des gesamten Netzwerks bieten könnten.

Fazit

OpenNMS hat eine sehr aktive Community, seine Dokumentation [5] ist umfassend und Mailingliste wie IRC-Channel helfen gern. Daneben gibt es mit der Firma OpenNMS Group einen kommerziellen Partner, der mit benutzerspezifischer Anpassung, Support und Schulung Geld verdient.

Eine offene Fragen gibt es natürlich auch noch: So beherrschen noch nicht alle Checks und Plugins IPv6, auch das Discovery arbeitet derzeit nicht mit IPv6. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass OpenNMS keine andere Datenbank als PostgreSQL verwenden kann. Allerdings ist PostgreSQL für die meisten Plattformen verfügbar.

Alles in allem ist OpenNMS eine flexible und leistungsfähige Monitoringsoftware unter der GPL. Insofern besteht keine Notwendigkeit, später zu einer teuren kommerziellen Version zu wechseln, die allein die benötigten Features oder die nötige Skalierbarkeit bietet. Wer ein heterogenes Netzwerk zu überwachen hat, für den ist OpenNMS auf jeden Fall einen Blick wert. (jcb)

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