Was gibt's Neues bei Open-Xchange 6.20?

© © Jiri Kabele, 123RF

Post-Bote

Open-Xchange läutet mit Version 6.20 eine neue Runde ein. Dabei sind vor allem neue Schnittstellen des Collaboration-Servers wie der MAPI-Support für Outlook oder die Mobilgeräte-Anbindung von Interesse. Wir stellen die neuen Features vor und erklären die Installation.
Beinahe enzyklopädisch behandelt unser Schwerpunkt-Artikel über IPSEC verschlüsselte Verbindungen zwischen Linux, Windows, BSD, Solaris, Cisco- sowie ... (mehr)

Laut Selbsteinschätzung ist Open-Xchange (OX) mit über 24 Millionen Nutzern international führender Technologielieferant für gehostete Groupware. Kunden des Internet-Providers 1&1 beispielsweise ist die Software unter der Bezeichnung 1&1 Webmail und 1&1 Mailxchange bekannt. Zu den 2,5 Millionen 1&1-Kunden kamen kürzlich 1,4 Millionen User bei Host Europe sowie 40 000 Root- und Vserver der Intergenia AG. Verstärkt agiert das Unternehmen auch international und konnte etwa zu Beginn dieses Jahres weitere Kunden in Nordamerika und Großbritannien gewinnen.

Auch diese Großkunden erklären nicht, wie die Open-Xchange-Manager auf 24 Millionen Nutzer kommen, dennoch wird klar, welchen Stellenwert die SaaS-Variante des Produktes im eigenen Unternehmen besitzt und warum CEO Rafale Laguna beispielsweise den World Hosting Days in Rust eine so große Bedeutung zumisst. Open-Xchange fungiert hier im nunmehr dritten Jahr als Platinum Sponsor.

Statt als Service können Anwender Open-Xchange auch selbst installieren und entweder mit kostenpflichtigem Support oder als freie Community-Version betreiben. Im Folgenden konzentrieren wir uns auf das Aufsetzen und Integrieren der Server/Community-Edition und werfen einen Blick auf die Kommunikation mit Outlook. Die Anwender-Seite wurde in zahlreichen Beiträgen unter anderem im Linux-Magazin [1] mehrfach unter die Lupe genommen und ist außerdem in den gut gemachten Benutzer-Handbüchern unter [2] ausreichend erklärt. Insofern kommen GUI-Aspekte hier nur im Rahmen der Beschreibung neuer Funktionen in OX 6.20 zur Sprache.

Produktfamilie

Bei der Produktauswahl kann der Admin oder Entscheider zwischen drei Varianten abwägen. Neben der vorrangig für Provider gedachten Hosting-Version stehen Server- und Advanced-Server zur Verfügung. Die Community-Version [3] ähnelt der Server-Version und ist im Funktionsumfang nicht beschränkt, gewährt allerdings keinen Support. Außerdem sind alle interessanten Schnittstellen, respektive Clients kostenpflichtig. Wer Support braucht oder sich die etwas aufwändige Integration des OX-Frameworks in die eigene Infrastruktur sparen möchte, greift also gleich zur Advanced Server Edition (ASE).

Aus Sicht des Admins in kleinen und mittleren Unternehmen sind Server- und Community-Version ungeachtet der Kostenfrage die strategisch interessantesten Varianten. Das Installieren und Konfigurieren der Community-Version galt lange als kompliziert und aufwändig, frühe Versionen erforderten nämlich das Übersetzen der Quellen. Aktuell ist die Inbetriebnahme der Community-Version, dank Paketquellen für alle wichtigen Distributionen, dem Installer-Skript und der Dokumentationen unter [2] kein großes Problem mehr.

Was nach wie vor etwas Aufwand verursacht, ist die Integration von Open-Xchange in die eigene Infrastruktur, was aber nicht als Nachteil, sondern als durchaus gewolltes Flexibilitätsplus zu werten ist und dem Admin die freie Wahl beim Konfigurieren von Webserver, Datenbank, Verzeichnisdienst und Mailsystem lässt. So kann Open-Xchange etwa mit nahezu allen standardkonformen SMTP-Servern wie Postfix, Exim, Qmail, Sendmail zusammenarbeiten oder SMTP-Server externer Anbieter wie etwa GMX, Web.de, 1&1, Yahoo oder Googlemail nutzen. An IMAP-Servern unterstützt Open-Xchange Cyrus, Courier und Dovecot. Zur Benutzer-Authentifizierung stehen neben der Datenbank-basierten Authentifizierung auch Plugins für IMAP, PAM und LDAP zur Verfügung. Open-Xchange lässt sich damit hervorragend in existierende Umgebungen integrieren.

Open-Xchange 6.20

Die meisten Neuerungen in der Version 6.20 betreffen das User-Interface. Für den Admin ist vor allem interessant, dass Open-Xchange nun neben RHEL 5, SLES 10/11 und Debian 5 (Lenny) auch Debian 6 (Squeeze), Cent OS 5.5 und RHEL 6 unterstützt. Ubuntu bleibt weiterhin außen vor. Für Nutzer augenfällig ist bei der Version 6.20 ein überarbeitetes Web-GUI mit neu gestalteter Startseite. Deren Layout lässt sich jetzt blitzschnell via Drag & Drop an die eigenen Vorlieben anpassen. Häufig genutzte Module lassen sich vergrößern und nach oben schieben, weniger oft verwendete Module lassen sich unten platzieren oder entfernen.

Das Bearbeiten von Adressen, Aufgaben, Terminen oder Dokumenten funktioniert jetzt wahlweise in einem Popup oder mit einem eigens dafür vorgesehenen Tab in der Open-Xchange-Benutzeroberfläche. Mit dieser Funktion korrespondieren die Parameter zum Anzeigen eines Fensters als eingebettetes Fenster, Popup, kompaktes Panel und tabbasiertes Panel unter »Optionen« im Einstellungs-Bereich. Somit ist es möglich, die Popup-Funktionalität komplett zu deaktivieren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Fensterverhalten erlaubt bei Open-Xchange 6.20 dank Ajax gleich vier Alternativen.

Die Einstellung »Kompaktes Panel« bietet Nutzern von Netbooks und Tablet-PCs ein neues, platzsparendes Layout. Weiter haben die Entwickler das Erstellen von E-Mail-Filtern vereinfacht, die sich ab sofort einfach anhand der Absender, Empfänger oder ausgewählter Begriffe aus der Betreffzeile in unterschiedliche Ordner einsortieren lassen. Außerdem lassen sich dem persönlichen Kalender mit nur einem Handgriff neue Team-Mitglieder hinzufügen oder entfernen, sodass die Nutzer im Team-Kalender sofort erkennen, wann der Benutzer für sie und andere relevante Mitarbeiter verfügbar ist.

Die webbasierte Benutzeroberfläche lässt sich jetzt auch in Italienisch, Japanisch und Simplified Chinese benutzen. Außerdem haben die Entwickler mit OAuth einen Dienst zur zentralen Authentifizierung bei Social Networks wie Linkedin, Twitter und Facebook implementiert. Bis zum nächsten Release-Sprung möchten die Open-Xchange-Macher die Social-OX-Funktionen so weit ausbauen, dass Open-Xchange zur zentralen Plattform für sämtliche geschäftliche und private Kommunikation wird; samt automatischen Adressabgleich der Kontaktdaten von Linkedin und Facebook. Detaillierte Informationen zu den Neuerungen von Open-Xchange 6.20 sind unter [6] zu finden.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Eigene Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2019