Wer sein System permanent überwacht, hat den Grundstein dafür gelegt Engpässe zu vermeiden und Fehler frühzeitig zu erkennen. Neben dem Platzhirsch Nagios ... (mehr)

Nagios

Nagios [4] ist stolz auf seine lange Geschichte und große Verbreitung. Sein Erfinder und Chefentwickler Ethan Galstad meint: "Organisationen vertrauen Nagios wegen seiner Flexibilität, langen Geschichte, der weltweiten Community und der Fülle freier Addons. Deshalb gab es mehr als drei Millionen neuer Nagios-Installationen in den letzten 12 Monaten weltweit. Deshalb ist Nagios heute der Industriestandard für das Monitoring. … Nagios hat eine sehr viel größere Community als andere Projekte. Das verspricht Firmen eine mehr Unterstützung, eine bessere Dokumentation und mehr Addons."

Abbildung 2: Das Auto-Discovery von OpenNMS hat einen neuen Node gefunden.

Prinzipiell muss man bei Nagios allerdings die freie und kostenlose Community Edition (Core) – um die es hier hauptsächlich geht – vom kostenpflichtigen Nagios XI unter einer proprietären Lizenz unterscheiden. Letzteres beschert dem zahlenden Anwender diverse Zusatz-Features wie Mandantenfähigkeit, verschiedene APIs zur Integration mit Applikationen, Trendberechnungen und andere Daten für das Capacity Management oder eine besser an eigene Wünsche anpassbare GUI.

Was wie überwacht werden soll und wer gegebenenfalls wann zu benachrichtigen ist, das muss der Admin der Monitoring-software sagen. Wie einfach, schnell und sicher ihm das gelingt, ist ein wesentliches Qualitätskriterium. Die Unterschiede kommen hier ganz besonders in großen Umgebungen zum Tragen: Im Fall des klassischen Nagios muss jeder Host händisch und mit einer speziellen Syntax in Textfiles der Konfiguration hinterlegt werden. Das ist bei Tausenden Hosts ein immenser Aufwand. Andere Lösungen wie OpenNMS verfügen stattdessen über ein eingebautes Auto-Discovery, das Netzwerke scannt und die dort gefundenen Rechner automatisch in die Überwachung integriert. Der Fairness halber muss man allerdings ergänzen, dass auch das kommerzielle Nagios XI eine Autodiscovery-Komponente hat und es für die freie Version entsprechende Plugins gibt. Außerdem existiert Software, die die Resultate des Netzwerkscanners NMap in Nagios übernehmen kann.

Einrichtung

OpenNMS: OpenNMS bietet das schon erwähnte Auto-Discovery (Abbildung2), geht aber auch darüber noch hinaus. So gibt es auch eine semi-automatische Erfassung von Systemen, die beim Eintreffen eines SNMP-Traps oder einer SyslogNachricht überprüft, ob das Gerät bereits in der Datenbank aufgenommen wurde. Ist dies nicht der Fall, wird das System integriert und dabei daraufhin überprüft, welche der vordefinierten Dienste es möglicherweise bereitstellt. Durch den Provisioning-Daemon ist es auch möglich, Geräte manuell oder über Schnittstellen (HTTP, XML, DNS und REST) anzulegen. Insbesondere die Möglichkeit, Geräte über einen Webservice (REST) oder in Form einer XML-Datei in das System aufzunehmen, bietet hervorragende Möglichkeiten, vorhandene CMDBs an OpenNMS anzubinden.

Mittels SNMP ist OpenNMS außerdem in der Lage, IP-Interfaces zu Nodes zusammenzuführen. Die IP-Interfaces werden dabei nicht als einzelne Geräte dargestellt, sondern als ein Gerät mit mehreren IP-Interfaces erkannt.

Zabbix: Auch Zabbix kennt ein Auto-Discovery und die automatische Aufnahme von Geräten in die Überwachung, die anhand ihrer IP-Adresse oder via SNMP erkannt wurden. Daneben ist eine manuelle Erfassung genauso möglich.

Icinga: Bei Icinga werden die zu überwachenden Systeme wie beim Altvorderen Nagios zunächst einmal prinzipiell manuell erfasst. Das automatische Durchsuchen von Netzen kann über ein Nagios-Plugin nachgerüstet werden.

Nagios: Nagios hat ein Auto-Discovery-Modul in der kommerziellen Version. Die Community-Edition lässt sich wie Icinga durch ein Plugin aufrüsten.

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