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OCS – Inventarisierung mit Open Source

Ein weiteres, sehr interessantes Tool zur Inventarisierung ist das Open-Source-Programm OCS [4]. Das Programm ist etwas komplizierter einzurichten, dafür aber auch für größere Unternehmen geeignet. Es erfasst auch Windows-Rechner, optimiert ist es allerdings für Linux.

Wer sich einen Überblick verschaffen will, kann die Demo-Umgebung [5] starten. Anmeldenamen und Kennwort sind »demo« . Der größte Vorteil im Vergleich zu den anderen Programmen ist die Open-Source-Lizenzierung. Dadurch kann man nicht nur wenige Rechner mit dem Tool kostenlos inventarisieren, sondern bei Bedarf mehrere Tausend. Zusätzlich lassen sich sogar Anwendungen auf den PCs im Netzwerk verteilen. Auch Installationsketten oder die Aktualisierung von Programmen sind möglich.

Damit diese Funktionen nutzbar sind, muss man jedoch auf den angebundenen Geräten einen speziellen Agenten installieren. Der Vorteil dabei ist, dass so das Scannen schneller geht und dass mehr Informationen gesammelt werden können. Den Agenten installiert man entweder über Skripte oder aber über Gruppenrichtlinien. Die Entwickler bieten auf der Downloadseite auch ein Tool an, mit dem sich der Agent leichter im Netzwerk verteilen lässt. Für diese Aufgaben müssen sich Administratoren allerdings etwas Zeit nehmen.

Für Netzwerkgeräte, auf denen sich kein Agent installieren lässt, gibt es das Zusatztool IP-Discover. Das kann Daten von Switches, Routern und anderen Geräten auslesen, die keinen Agenten unterstützen. Allerdings ist dieser Dienst getrennt von OCS einzurichten.

Natürlich zeigt OCS die Standardwerte von Rechnern an, wie die anderen Programme auch. Dazu gehören installierte Anwendungen, Arbeitsspeicher, BIOS-Daten, Rechernamen, Betriebssystem und vieles mehr. Man kann auch Vergleiche und Abfragen zusammenstellen, die zum Beispiel alle Rechner mit bestimmten Hardware-Ausstattungen anzeigen. Die Software-Verteilung in OCS kann auf dieser Basis nicht nur Windows-Rechner ansprechen, sondern auch Linux-Computer.

Eigene Abfragen

Seine Daten speichert OCS in einer MySQL-Datenbank. Andere Datenbanken werden nicht unterstützt. Auch hier können erfahrene Administratoren beziehungsweise Entwickler umfassende Berichte selbst programmieren, indem sie eigene Gruppen und Abfragen anlegen. Zum Beispiel kann man sich anzeigen lassen, auf welchen Geräten mit Windows 7 eine bestimmte Anwendung installiert ist oder welche Computer mit einem GByte RAM noch unter Windows XP laufen. Auf Basis dieser Abfragen lassen sich dann wiederum automatisiert neue Anwendungen installieren. Die Community bietet zusätzlich noch Plugins an, mit denen sich der Funktionsumfang des Inventarisierers noch einmal vergrößern lässt (Abbildung 6).

Abbildung 6: OCS kann auch umfangreiche Netzwerke inventarisieren.

Der Admin verwaltet OCS mit Hilfe eines Web-Interface. Windows 8 und Windows Server 2012 werden noch nicht offiziell unterstützt, aber dafür Windows 7 und Windows Server 2008 R2. Auch verschiedene Linux-Distributionen, wie zum Beispiel CentOS, Debian, Ubuntu und viele mehr, erkennt das System. Für Mac OS X, HP UX und FreeBSD stehen ebenfalls Agenten zur Verfügung.

Server und Client kommunizieren per HTTPS. Im Gegensatz zu den anderen Lösungen in diesem Beitrag ist OCS eher für Linux optimiert, unterstützt aber auch Windows. Wer den Server unter Linux installiert, kann auch auf Windows-Servern Daten sammeln. Je mehr Rechner man inventarisieren will, umso eher ist ein Linux-Server geeignet. Neben der Fokussierung auf Linux zeigt OCS seine Spezialisierung auf große Netzwerke auch dadurch, dass sich nicht alle Clients gleichzeitig am Server melden, um Daten zu übertragen, sondern nacheinander ihre Ergebnisse abliefern. Das spart Netzwerkbandbreite.

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