Mit Hardware-Beschleunigung und schnellem Netz hilft Desktop-Virtualisierung, Administrationsaufwand und Kosten sparen, ADMIN 04/2013 verrät, wie die ... (mehr)

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Ähnlich wie bei VMware View kann man mit dem Software-Client auf Remote-Workstations mit der Teradici-Host-Card zugreifen ( Abbildung 7 ). Diese Direct-Connect-Funktionalität dürfte aber wohl vor allem für Benutzer interessant sein, die nicht permanent, sondern nur gelegentlich mit einer Remote-Workstation arbeiten. Zum Beispiel wenn ein Entwicklungspartner via VPN-Verbindung Zugang zur Workstation bekommen soll. Für diesen Ansatz spricht auch die Tatsache, dass der Software-Client bei der Performance nicht mit den Zero-Clients mithalten kann. Teradici spricht hier von "signifikanten Geschwindigkeitsnachteilen", sodass sich der Software-Client überwiegend für Betrachtungszwecke und weniger für interaktive CAD-Arbeit eignet.

Abbildung 7: Mit dem Teradici PCoIP-Software-Client können Anwender auch ohne Zero-Client eine Verbindung zur Remote-Workstation herstellen. Der Client kommuniziert verschlüsselt direkt mit der Host-Card und kommt voraussichtlich im September 2013 auf den Markt.

Zudem werden als USB-Devices nur Maus und Tastatur unterstützt. Andere USB-Geräte, zum Beispiel Massenspeicher, können in Verbindung mit dem Software-Client nicht verwendet werden. Auch die Verbindung zwischen Software-Client und Workstation-Host-Card wird per Default per SSL/TLS (AES mit 256 Bit) verschlüsselt.

Fazit

Der Einsatz von Remote-Workstations mit Zero-Clients oder – in Kombination mit Connection Broker und Software-Client – im Rechenzentrum ist vor allem für Unternehmen interessant, die standortunabhängig grafisch anspruchsvolle Applikationen wie CAD/CAM bereitstellen wollen oder müssen.

Auch unter dem Aspekt der "Data Leakage Prevention" (zum Beispiel Industriespionage) kann es sinnvoll sein, die Hardware dem direkten Zugriff der Anwender zu entziehen. Gleichzeitig werden deren Nerven geschont, weil Lärm und Abwärme nicht mehr am Arbeitsplatz, sondern im klimatisierten Rechenzentrum entstehen.

Tabelle 1

Preise (Auswahl)

Produkt

Preis

Host Cards

EVGA HD03 http://6

399 Euro

Leadtek 2220 http://7

373 Euro

Leadtek 2240 http://8

533 Euro

Zero Clients

EVGA PD06 http://9

319 Euro

Leadtek 2321 http://10

333 Euro

Leadtek 2140 http://11

493 Euro

Vorteile PCoIP

PCoIP bietet im Gegensatz zu den verbreiteten Terminalserver-Protokollen eine wesentlich höhere Geschwindigkeit und quasi-verlustfreie Darstellung grafisch anspruchsvoller Anwendungen. Diese Vorteile werden durch die folgenden Faktoren erreicht:

  • Für den Transport der Display-Informationen über das Netzwerk kommt das schnelle UDP-Protokoll zum Einsatz.
  • Das Rendern der Grafikinformationen findet auf dem Host statt (Host Rendering) – nicht auf dem Client. Zwischen dem Remote-Client und dem Host werden lediglich verschlüsselte Pixelinformationen komprimiert übertragen.
  • Für die Kompression verschiedener Grafiktypen des Desktops, zum Beispiel Icons, Videos, Text, Grafiken und so weiter, wird ein exakt zum jeweiligen Grafiktyp passender Codec für die Kompression verwendet.
  • Das PCoIP-Protoll passt die Bildqualität der Grafikausgabe automatisch der aktuellen Netzwerkbandbreite an. Steht wenig Bandbreite zur Verfügung wird die Bildqualität vom System stufenweise heruntergefahren, sodass der Anwender flüssig weiterarbeiten kann. Entsprechend wird die Bildqualität wieder angehoben, wenn wieder mehr Bandbreite zur Verfügung steht.

Der Autor

Thomas Zeller ist IT-Consultant und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit IT-Sicherheit und Open Source. Er ist (Co-)Autor der Bücher "OpenVPN kompakt" und "Mindmapping mit Freemind". Im richtigen Leben ist er IT-Unternehmer und Geschäftsführer eines IT-Systemhauses und verantwortet dort auch den Geschäftsbereich IT-Sicherheit.

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