Der ADMIN 05/13 wirft einen Blick auf die frei verfügbaren Cloud-Frameworks von Eucalyptus über OpenNebula bis OpenStack. Gute Aussichten für skalierbare ... (mehr)

Die Installation

Die Installation von OpenNebula ist im Detail stark von den eingesetzten Komponenten wie Virtualisierungs-, Storage- und Netzwerk-Providern abhängig. Für alle gängigen Provider bietet der Design-Guide [3] jedoch ausführliche Beschreibungen und Hinweise zur Vermeidung der klassischen Fehlkonfigurationen. In der Basis setzt sich eine Installation aus vier Komponenten zusammen:

  • Core und Interfaces
  • Hosts
  • Image Repository und Storage
  • Networking

Der Management-Core (»oned« ) bildet gemeinsam mit den entsprechenden APIs und dem Web-Interface (Sunstone) die eigentliche Steuereinheit der Cloud-Installation. Auf den Virtualisierungs-Hosts muss mit der Ausnahme von Ruby keine spezifische Software laufen; jedoch muss der Zugriff per SSH auf alle beteiligten Hosts möglich sein, um später Statusdaten abzurufen oder gegebenfalls Images zu übertragen. Für den Aufbau des Image Repositories gibt es verschiedene Möglichkeiten unter Verwendung von Shared- oder Non-shared-Filesystemen. Die Entscheidung für die richtige Storage-Infrastruktur ist an dieser Stelle wohl die wichtigste, da eine Umstellung zum späteren Zeitpunkt mit großem Aufwand verbunden ist.

Ein Szenario ohne Shared-Filesystem ist zwar denkbar, allerdings muss dann auf Features wie Live-Migration verzichtet werden. Fällt ein Host aus, wäre es dann nötig, das entsprechende Image erneut zu deployen, und die volatilen Datenänderung wären verloren.

Die Installation der Komponenten kann über entsprechende Distributionspakete für alle gängigen Plattformen [4] oder aus den Sourcen [5] erfolgen und ist auf der Projektseite sehr ausführlich beschrieben. Nach Installation der notwendigen Pakete und Anlage des OpenNebula-Users »oneadmin« ist noch der entsprechende SSH-Key zu generieren. Anschließend muss man diesen auf den eingesetzten Host-Systemen verteilen – fertig! Wenn alles richtig gemacht wurde, sollte ein Start von OpenNebula mit dem Befehl »one start« erfolgreich sein und der Zugriff auf den Daemon unter Verwendung des CLI ohne Probleme durchlaufen.

Konfiguration und Management

Als erster Schritt nach der Installation müssen dem System die entsprechenden Hypervisor hinzugefügt werden, um virtuelle Systeme zur Verfügung zu stellen. Es werden aktuell Xen, KVM und VMware unterstützt. Abhängig vom gewählten Hypervisor muss die Konfiguration noch im zentralen Konfigurationsfile »/etc/one/oned.conf« erweitert werden, um die korrekte Ansteuerung des Host-Systems sicherzustellen. Im Falle von KVM erfolgt die Kommunikation mittels »libvirt« , welches als Interface sowohl die Verwaltungs- als auch Monitoring-Funktionen übernimmt.

Auch wenn OpenNebula 4.2 mit einer sehr schönen neuen Webkonsole (Abbildung 2) und einem Self-Service-Portal daherkommt, ist die Steuerung aller Komponenten mittels CLI möglich. Die meisten Kommandos arbeiten mit Host- und VM-IDs, um diese Komponenten sicher zu identifizieren und zu steuern.

Abbildung 2: Das neue Web-Interface von OpenNebula 4.2.

Eine Anbindung von OpenNebula an eine CMDB ist ein Kinderspiel – so lassen sich automatisch VMs generieren, nachdem sie in der Verwaltungsoberfläche angelegt wurden. Auch Puppet, Chef und Cfengine lassen sich zur Steuerung der Cloud-Umgebung heranziehen.

Funktional wird man mit dem zur Verfügung stehenden Feature-Set nichts vermissen. Eine gewisse Einarbeitung in das Vorgehen und die Funktionen der einzelnen Subsysteme bedarf allerdings etwas Zeit. Auch ein hybrider Betrieb verschiedener Wirtssysteme oder auch die Verlagerung von Ressourcen in andere private Zonen oder zu Public-Cloud-Anbietern ist mit OpenNebula möglich und kann unter einer einheitlichen administrativen Konsole bewerkstelligt werden.

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