Zarafa 7 mit MAPI-Unterstützung und voller Outlook-2010-Kompatibilität

© Anton Balazh, 123RF

Siebener Probefahrt

Zarafa bietet bisher als einzige Open-Source-Groupware volle MAPI-Unterstützung und kann so einen Exchange-Server bei erheblich niedrigeren Kosten und zum Teil besserer Performance ersetzen. Das im Juli erschienene neue Major-Release 7 verspricht volle Kompatibilität mit Outlook 2010.
Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

Die seit kurzem verfügbare Zarafa-Version 7 lockt Anwender mit der Unterstützung von MS Outlook 2010 und damit der laut Zarafa bisher vollständigsten MAPI-Umsetzung außerhalb der Microsoft-Welt. So kann Zarafa 7 (ZCP 7) etwa die Kalenderfreigabe über die benutzerfreundlichen Dialoge in Outlook 2010, nach Threads sortierte Konversationen, öffentliche Kontaktordner im globalen Adressbuch und nicht sichtbare private Elemente abbilden.

Außerdem beschert Zarafa 7 den Anwendern volle Unterstützung für öffentliche Ordner in Outlook 2010. Schon die Vorgängerversionen boten allerdings weitgehende MAPI-Unterstützung wie persönliche und öffentliche Ordner mit vollständiger Offline-Folder-Funktionalität, konfigurierbare Zugriffsrechte für jeden Benutzer und jeden Ordner, Termineinladungen samt vollständiger Frei-/Gebucht-Unterstützung und Autoresponder für jeden Benutzer.

Bis Redaktionsschluss stand leider nur der schon auf der Cebit gezeigte Release Candidate zur Verfügung, der beachtliche Verbesserungen für den erfahrenen Zarafa-Admin insbesondere bei der I/O-Performance mitbringt, die angekündigten MAPI-Erweiterungen und das neue auf Yaffas [1] basierende Admin-Interface Z-Admin aber schuldig blieb. Yaffas ist ein vom Zarafa-Partner Bitbone [2] gestartetes Open-Source-Framework zur Linux-Administration über ein Webinterface und steht für "Yet Another Framework For Administrating Servers". Außerdem wird es in naher Zukunft auch ein neues Webaccess-Modul im Look and Feel von Outlook 2010 geben (Abbildung 1). Das neue Webinterface ist im Gegensatz zum Vorgänger komplett in Javascript geschrieben.

Abbildung 1: Der neue, fürs dritte Quartal dieses Jahres angekündigte Webaccess glänzt mit einem neuen Look and Feel. Die Ähnlichkeit zu Outlook 2010 ist gewollt und verblüffend.

Standortbestimmung

Zarafa ist eine Collaboration-Lösung, die sich vor allen an migrationswillige Exchange-Admins richtet, weil die gesamte Architektur auf die MAPI-Unterstützung ausgerichtet ist. Unter Kennern genießt Zarafa seit Jahren einen exzellenten Ruf als stabile Exchange-Alternative. Dabei ist der Grad der Kompatibilität mit Outlook auch bei früheren Versionen sehr hoch und der Konkurrenz wie Scalix und Open-Xchange voraus, die für das Verwalten von E-Mail, Kontakten, Aufgaben und Terminen in Outlook bestenfalls Synchronisationslösungen bieten.

Neben einer Community-Version, die zu 100 Prozent Open Source ist und bis zu drei Outlook-Connections erlaubt, gibt es eine Standard-, eine Professional- und eine Enterprise-Version. Die zugehörige Feature-Übersicht findet sich unter [3], Preise können unter [4] verglichen werden. Die Community-Edition steht unter [5] zum Download zur Verfügung.

Zarafa versus MS Exchange

Die zwischen Exchange- und Zarafa-Nutzern ausgetauschten Argumente sprechen in der Summe für Zarafa: Die Software ist seit mehr als 10 Jahren auf dem Markt und steht seit 2008 (auch) unter einer Open-Source-Lizenz. Zarafa unterstützt offiziell alle wichtigen Linux-Distributionen wie SLES, Open Suse, Debian, Ubuntu, RHEL, lässt sich sehr einfach installieren, integriert sich dank des modularen Aufbaus flexibel in bestehende Strukturen und ist ein echter MAPI-Server, bei dem nichts konvertiert oder nachträglich gesynct wird, und unterstützt MS Outlook mit allen Groupware-Funktionen. Zudem leistet der wunderschön umgesetzte Webaccess nicht weniger, lässt sich dank Ajax via Kontextmenüs und Drag and Drop bedienen und ist ebenfalls via MAPI angebunden, was im Unternehmen auch Client-seitig ohne großen Aufwand weitere Nutzerkreise etwa an Mac- oder Linux-Arbeitsplätzen erschließt.

Zarafa lässt sich außerdem so konfigurieren, dass ein einziger HTTPS-Port zur Außenwelt sowohl zum Anbinden des Webaccess als auch für Outlook ausreicht. Zudem können Zarafa-Admins auf einen Backup-Agenten verzichten, weil Zarafa außer in der Community-Edition bereits eine Backup-Software mitbringt. Überdies bietet Zarafa auch eine leistungsfähige PDA-Synchronisation mittels Z-Push, einer von Zarafa entwickelten Activesync-Implementierung, die inzwischen so populär ist, dass sie von Zarafa unter die GPL gestellt wurde und auch in anderen Open-Source-Produkten Verwendung findet. Das neue Z-Push-Release 1.5.3 final steht seit Kurzem unter [6] zur Verfügung. Außerdem enthält Zarafa seit der Version 6.40 eine leistungsfähige Volltextsuche auf Basis von Lucene und bietet kürzere Release- beziehungsweise Bugfix-Zyklen.

Ähnliche Artikel

comments powered by Disqus

Artikel der Woche

Registry für Docker-Images

Wer selber Docker-Images herstellt, braucht auch eine eigene Registry. Diese gibt es ebenfalls als Docker-Image, aber nur mit eingeschränkter Funktionalität. Mit einem Auth-Server wird daraus ein brauchbares Repository für Images. (mehr)
Einmal pro Woche aktuelle News, kostenlose Artikel und nützliche ADMIN-Tipps.
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin einverstanden.

Konfigurationsmanagement

Ich konfiguriere meine Server

  • von Hand
  • mit eigenen Skripts
  • mit Puppet
  • mit Ansible
  • mit Saltstack
  • mit Chef
  • mit CFengine
  • mit dem Nix-System
  • mit Containern
  • mit anderer Konfigurationsmanagement-Software

Google+

Ausgabe /2018