Was das Backup wert war, erweist sich, sobald man es versucht ganz oder teilweise wiederherzustellen. Spätestens dann macht sich die Wahl des richtigen Tools ... (mehr)

Zarafa konfigurieren

Unabhängig davon, um welche Zarafa-Version es sich handelt, muss der Admin bei einer Neuinstallation einige Dinge konfigurieren, wie etwa einzelne Zarafa-Nutzer anlegen, Zarafa mit dem Mailserver integrieren oder den Lizenz-Key einspielen. Wer die Community-Version nutzt, kann den im Verlauf des Installations-Skripts erfragten Lizenz-Key mit der Eingabetaste übergehen. Wurde später eine kommerzielle Lizenz erworben, lässt sich diese fix mit

$ echo "yourserial" | sudo tee -a /etc/zarafa/license/base

einspielen. Zarafas Admin-Manual [7] beschreibt ausführlich die Zusammenarbeit mit Postfix, Qmail oder Procmail. Im Zarafa-Wiki finden sich übrigens brauchbare Howtos zum Konfigurieren eines SMTP-Relays beziehungsweise zum Einrichten eines Fetchmail-Szenarios zum Abholen externer IMAP-Postfächer, welche Postfix (oder Procmail) dann an »zarafa-dagent« weiterreicht. Zum Anlegen eines Zarafa-Nutzers kommt das Kommandozeilenwerkzeug »zarafa-admin« zum Einsatz:

sudo /usr/bin/zarafa-admin -c Username -p Password -e E-Mail -f Name

Anschließend ist ein Neustart von Apache, Postfix und Webaccess fällig, damit die Änderungen im Webaccess zur Verfügung stehen. Jetzt sollte der Benutzeranmeldung am neuen Webaccess unter der Adresse »http://Zarafa-Server/webaccess« nichts mehr im Wege stehen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Auch der Webaccess kommuniziert via MAPI (PHP) mit dem Server und bietet dank Ajax nicht nur viel fürs Auge, sondern auch höchstmögliche Usability im Web-Zugriff. [13]

Neuerungen ZCP7 aus Nutzersicht

Die mit Zarafa 7 (ZCP 7) eingeführten Neuerungen sind umfangreich. Aus Nutzersicht sorgt neben der bereits implementierten Unterstützung für UTF-8 künftig ein überarbeitetes Webinterface mit voller MAPI-Kompatibilität zu Outlook 2010 für mehr Komfort. Die UTF-8-Unterstützung ist übrigens keine Kleinigkeit, weil die Umstellung ein komplettes Redesign der meisten Tabellen erforderte. Lohn des Aufwands ist, dass sich Zarafa jetzt auch in Asien, Osteuropa und so weiter problemlos einsetzen lässt.

Darüber hinaus bietet Zarafa 7 die direkte Integration mit Open Office, sodass Webaccess-Nutzer Zarafa als Default-E-Mail-Client in Open Office eintragen können. Beim Versenden eines Open-Office-Dokuments per E-Mail startet dann automatisch der Zarafa Webaccess und lädt das Dokument als Attachment. Außerdem haben die Entwickler den Webaccess dahingehend erweitert, dass der Webaccess-Nutzer bestehende Nachrichten aus der Mailbox in eine neue E-Mail einfügen kann (Message in Message).

Für Admins nicht ganz unwichtig ist, dass die Zarafa-Entwickler ihr Paketierungsschema angepasst haben. Die Einzelheiten lassen sich den Release Notes auf der Download-Seite [9] entnehmen. Außerdem setzt sich der UTF-8-Support auch auf Backend-Seite fort. Das gilt nicht nur für Ordnernamen oder Nachrichten; der Admin kann etwa beim Anlegen eines Benutzers auf der Kommandozeile ebenfalls UTF-8-Zeichen verwenden. Um die I/O-Performance des Zarafa-Servers sowie die Performance beim gleichzeitigen Verbinden mehrerer Nutzer am Singleserver-Setup zu verbessern, hat ZCP 7 einer Reihe wesentlicher Änderungen am Datenbank-Layout erfahren.

Die größten Architektur-Änderungen betreffen die neue Tabelle »tproperties« , die dank einer anderen Sortierung für ein schnelleres Laden der Ansichten sorgen soll. Dazu trägt das Upgrade-Skript alle Eigenschaften aus den bisherigen Tabellen »properties« und »hierarchy« in »tproperties« ein, sodass der Prozess in Setups mit sehr vielen User-Stores eine Weile dauern kann. Alle übrigen MAPI-Eigenschaften wie Header, Body und so weiter speichert Zarafa weiterhin in der Tabelle »properties« .

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