NAS-Speicher mit einer Kapazität von einigen Dutzend Terabyte, wie sie sich für mittelständische Anwender eignen, nimmt die ADMIN-Redaktion in der Ausgabe ... (mehr)

EuroStor ES-8724

Die zuerst angelieferten und oben schon vorgestellten beiden Probanden konnte ein Tester noch alleine aus ihrer Verpackung heben, jetzt aber waren zwei Mann gefragt: Das EuroStor ES-8724, voll bestückt mit 24 Zwei-GByte-Platten, bringt mehr auf die Waage als einer einzelnen Wirbelsäule zuträglich ist.

Damit ist zugleich bereits ein wesentliches Feature angedeutet, das dieses NAS-System von Konkurrenten aus unserem Testfeld unterscheidet: Einerseits lockt es mit einem moderaten Preis, der ein Mehrfaches unter den Vorstellungen von IBM bleibt. Andererseits skaliert das EuroStor-System im Gegensatz zum Pendant von Infortrend bis zu einer ansehnlichen Kapazität (mit Erweiterungsgehäusen lässt es sich bis auf 112 Platten ausbauen). In puncto Ausfallsicherheit ordnet es sich zwischen den beiden Mitbewerbern ein. Mit der Redundanz des N 3300 von IBM kann es nicht mithalten, dafür ist nicht nur der einzelne RAID-Controller verantwortlich, es fehlen beispielsweise auch die Filesystem-Checksummen. Im Unterschied zum EonNAS von Infortrend verfügt es aber immerhin über redundante und im laufenden Betrieb austauschbare Netzteile und Lüfter.

Einrichten

Konfigurieren lässt sich das EuroStor über eine Web-GUI (Abbildung 3) des verwendeten OpenE-Betriebssystems, hinter dem sich ein Linux-Derivat verbirgt. Die Oberfläche wirkt eher schlicht, ist dadurch aber auch übersichtlich und einfach zu bedienen. Dabei setzt sie auf einer logischen Speichereinheit auf, deren physische Konfiguration sie nicht mit verwaltet. Bei OpenE ist das Sache spezieller Tools, die der RAID-Controller mitzubringen hat. Mit ihnen werden dann zunächst RAID-Gruppen gebildet und gegebenenfalls Spare Drives bestimmt. Darüber konstruiert die OpenE-Software anschließend mithilfe des Linux-typischen Logical Volume Managers (LVM) eine Volume Group, Logical Volumes und schließlich Shares, die die Clients mounten können. Als Filesystem kommt XFS zum Einsatz, ein bekanntermaßen stabiles und performantes Linux-Filesystem, das allerdings den Nachteil hat, dass es sich bei einem Resizing der RAID-Konfiguration nicht verkleinern lässt.

Abbildung 3: Ein Performance-Monitor in der OpenE-Web-GUI des EuroStor-Filers.

Die Konfigurationsoptionen bieten eine solide Ausstattung, in der nur Kompression, Verschlüsselung und Deduplizierung fehlen. Auch Features zur Integration des Speichers in spezielle Softwarelandschaften gibt es nicht. Außerdem zeigt sich, dass die Art und Weise, wie gleichnamige Optionen bei unterschiedlichen Herstellern realisert sind, einen deutlichen Einfluss auf den Bedienkonmfort haben kann. So verbergen sich hinter den OpenE-Snapshots beim EuroStor-System LVM-Snapshots. Die werden zwar wie etwa die ZFS-Snapshots von Infortrend nach den Copy-On-Write-Prinzip erzeugt, nur braucht OpenE dafür ein separates Volume, dessen Dimensionierung zudem sorgfältig überlegt sein will – es darf nicht überlaufen. Davon abgesehen sind die üblichen Features vollständig und gut bedienbar, die Unterstützung für die Zugriffsprotokolle umfasst neben CIFS, NFS, FTP und HTTP auch AppleTalk.

Auf der Habenseite ist weiter zu verbuchen, dass das Gerät von EuroStor ähnlich wie das Gegenstück von IBM nicht nur als NAS-System, sondern auch als iSCSI- oder Fibre-Channel-Target eingesetzt werden kann. Nicht die Regel sind auch eine integrierte Anti-Virus-Software und drei vorinstallierte Backup-Agents. Wie nützlich diese sehr beschänkte Auswahl in der Praxis ist, sei dahingestellt, wer aber eines der unterstützten Backupprogramme nutzt, der hat damit eine Alternative zu NDMP, was das Gerät allerdings ebenfalls beherrscht (siehe auch einen weiteren Beitrag zu NDMP in dieser Ausgabe).

Bei der Performance zeigt sich das Gerät von EonStor auf Augenhöhe mit den Mitbewerbern, das heißt beim Schreiben großer Files schafft es knapp 100 MByte/s via NFS auf ein großes RAID-6-Volume in einem Gigabit-Netz. Alles in allem bietet sich das ES-8724 von EuroStor dem kostenbewussten Anwender an, der höhere Kapazitäten benötigt und größere Ansprüche an die Ausfallsicherheit stellt, als sie im SOHO-Segment üblich sind. Beides ist durchaus über den bei diesem Gerät erreichten Stand hinaus steigerbar, dann aber nicht mehr in dieser Preisklasse.

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