NAS-Speicher mit einer Kapazität von einigen Dutzend Terabyte, wie sie sich für mittelständische Anwender eignen, nimmt die ADMIN-Redaktion in der Ausgabe ... (mehr)

Synology Disk Station 412+

Der nächste NAS-Filer, der die Redaktion erreichte, fiel schon dadurch aus dem Rahmen, dass er nicht in einem Rackmount-, sondern in einem Desktop-Gehäuse steckte. Glücklicherweise benahm sich die Synology Diskstation DS 412+ dann auch völlig bürokompatibel: Während man beispielsweise neben dem EuroStor-Filer schon deutlich die Stimme erheben musste, erst recht unter Last, lief der kleine Würfel mit Steckplätzen für vier Platten stets angenehm leise.

Auch sonst fällt ins Auge, dass sich diese Offerte von Synology nicht unbedingt zuerst an den Storage-Spezialisten richtet, sondern auch von technisch weniger versierten Büroarbeitern zu administrieren ist. Die Web-GUI ist sicher die schickste im Test (Abbildung 4) und leicht bedienbar. Eine Grundkonfiguration erstellt die Box bei Inbetriebnahme selbst, sofern ein DHCP-Server verfügbar ist, muss der Nutzer dabei kaum Hand anlegen.

Abbildung 4: Die vielleicht schickste Web-GUI im Test stammt von Synology. Für größere Filer passt sie weniger, aber die Diskstation ist damit gut bedient.

Wer will und kann, mag natürlich auch manuell eingreifen. Die Platten darf der Admin in den RAID-Leveln 0, 1, 5, 6, 10 oder als JBOD konfigurieren. Ein Spare-Drive ist allerdings nur bei RAID 5 möglich. Volumes lassen sich – auch im laufenden Betrieb – vergrößern, aber nicht verkleinern. Dabei können einzelne Platten gegen solche höherer Kapazität getauscht oder extern weitere Medien via USB 3.0- oder eSATA-Interface angeschlossen werden. Als Zugriffsprotokolle stehen CIFS, AFP, NFS, FTP, HTTP(S) oder WebDAV zur Verfügung.

Von den gemeinhin üblichen Features vermisst man vor allem Snapshots (es sei denn man rechnet Apples Time Backup dazu), aber auch Deduplizierung oder Kompression sind nicht vorgesehen. Dafür wartet der Filer mit einer ganzen Reihe von Zusatzoptionen auf, die weit über das Kerngeschäft Speichern hinausgehen. Durch Pakete, die sich ähnlich wie Apps in Mobilbetriebssystemen automatisch installieren lassen, wird das Gerät beispielsweise zum Streaming-Server für Multimedia-Inhalte, zum DHCP-, LDAP- oder Syslog-Server, zum zentralen Speicher für Web-Kameras, zum Backupserver oder sogar zu einem OpenERP-Server. Die Bedienung ist hier aber nicht mehr ganz einheitlich – teils lassen sich diese Applikationen in der Web-GUI des Filers konfigurieren, teils nur über ihre eigenen Webseiten. Auch ansonsten hat die Integration Grenzen: Filer und ERP-Server verwalten jeweils eigene Benutzer, Webmailer und ERP-Server eigene Adressbücher und so weiter.

Sehr viele Events können E-Mail-Benachrichtigungen triggern, ein einfacher Performance-Monitor informiert über die momentane Auslastung und das Allgemeinbefinden. Das gute Logging offenbart nur kleinere Schwächen: So kann man die Systemmeldungen zwar an einen zentralen Syslog-Server schicken, dabei aber nicht die Log Facility konfigurieren, sodass sich die Meldungen auf dem empfangenden System nicht mehr in eine separate Datei schreiben oder von Messages aus anderer Quelle gut unterscheiden lassen. Nach Installation des Syslog-Server-Pakets kann man lokale Systemnachrichten allerdings auch an Ort und Stelle inspizieren.

Die Performance ist respektabel, reicht aber nicht ganz an die Werte heran, die Systeme mit dedizierten RAID-Controllern erreichen können. Wir haben rund 90 MByte/s schreibend und 108 MByte/s lesend ohne Link-Aggregation in einem Gigabit-Netz gemesen. Das File war dabei 2 GByte groß, die Recordsize betrug 512 KByte.

Alles in allem

Die Synology Diskstation 412+ fühlt sich als universeller Speicher für kleinere Arbeitsgruppen oder Außenstellen wohl. Sie braucht keinen Serverraum und keinen Profi-Admin und passt sich recht flexibel in unterschiedliche Büroumgebungen ein. Dort kann sie bei Bedarf auch eine Reihe von Zusatzfunktionen mit übernehmen, die über das reine Speichern hinausgehen.

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Ausgabe /2018