CloudForms & ManageIQ

Management mit IQ

ManageIQ verspricht Admins die effiziente Verwaltung von virtuellen Umgebungen. Als Bestandteil von CloudForms vermarktet Red Hat ManageIQ auch kommerziell. Ein Überblick über die Möglichkeiten, die die Software bietet.
Immer mehr Firmen zieht es in die Cloud und die Nutzung von Public-, Private- und Hybrid-Clouds gehört längst zum Alltag. Im Juli befasst sich ... (mehr)

Virtualisierung ist im Admin-Alltag ein absolutes Standardwerkzeug. Neben quelloffenen Lösungen wie KVM oder Xen buhlen auch kommerzielle Werkzeuge wie VMware um die Gunst der Nutzer. Hinzu gesellt sich eine Heerschar von Werkzeugen, die allesamt die Nutzung einer dieser Virtualisierungsmethoden einfacher machen sollen. Dazu gehören auch die Cloud-Plattformen wie OpenStack oder CloudStack.

Solange Admins nur mit einer der beschriebenen Lösungen zu tun haben, ist die Situation entspannt: Dann erledigen sie alle notwendigen Arbeiten über ein Frontend und haben eine zentrale Steuerstelle. Wer allerdings mehrere Ansätze miteinander kombinieren will oder muss, sieht sich mit vielen Lösungen und unterschiedlichen Konfigurationsschnittstellen konfrontiert. Perfekt ist das Chaos, wenn private Cloud-Umgebungen und öffentliche Clouds hinzukommen – dann multipliziert sich der Aufwand. Für Admins, die dieses Problem nervt, stellt Red Hat die Software ManageIQ und als kommerzielle Variante CloudForms zur Verfügung: ManageIQ ist ein zentrales Konfigurationswerkzeug, das unter der einheitlichen Oberfläche eines Programms das Steuern von Virtualisierung auf vielen verschiedenen Plattformen ermöglicht.

Der Admin nutzt also stets das gleiche Interface und ManageIQ sorgt dafür, dass im Hintergrund die nötigen Arbeitsschritte auf Plattformen wie VMware oder OpenStack stattfinden. Auch um plattformübergreifende Automatisierung und das Lifecycle-Management von virtuellen Instanzen kümmert sich ManageIQ. Dieser Artikel zeigt, was sich mit dem Tool bewerkstelligen lässt.

Die Architektur der Plattform

Red Hat vermarktet sein Produkt als "Management-Zentrale für virtuelle Umgebungen". Kern der Lösung ist eine eigene Appliance, die Administratoren sich in Form einer fertigen virtuellen Maschine direkt von der ManageIQ-Projektwebsite herunterladen [1]. Zur Verfügung stehen neben Abbildern für KVM und Hyper-V auch Images für die Nutzung in Open­Stack. Die Einstiegshürde für ManageIQ ist also niedrig.

Die Appliance enthält als zentrale Komponente die ManageIQ-Engine, die alle Befehle entgegennimmt und verarbeitet. Dazu gesellt sich die "Virtual Management Database" (VMDB), in der ManageIQ sämtliche Laufzeit- und Konfigurationsdaten ablegt. Sie läuft auf einem separaten Host oder zusammen mit der Engine auf dem gleichen System.

Eine Komponente namens "SmartProxy" fungiert als Brücke zwischen virtuellen Umgebungen und ManageIQ: Das Programm funktioniert als Agent und sammelt vor Ort die Daten ein, die anschließend in der ManageIQ-Datenbank landen und dort von der Engine-Appliance weiterverarbeitet werden. Es setzt auch die Befehle um, die die ManageIQ-Appliance für eine spezifische Umgebung vorgibt. Weil die ManageIQ-Appliance selbst keine eigene Server-Komponente hat, kommt noch der "Appliance-Server" hinzu. Er ist direkt mit der ManageIQ-Engine verbunden und erlaubt die Kommunikation dieser mit den SmartProxies und der VMDB.

Kernfunktionalität

Die Management-Engine selbst bietet diverse Funktionen, die sich grob in vier Kategorien aufteilen lassen. Da ist zunächst die Kategorie, die sich um das Beobachten konfigurierter Umgebungen kümmert: Sie interpretiert verschiedene Werte im Bezug zur Auslastung, zur Nutzung und zur Verfügbarkeit von Accounts in virtuellen Umgebungen. Eine Analyse-Komponente hilft dabei, die Nutzung besser zu planen. Dazu verwendet sie Report-Daten, die ManageIQ ebenfalls von selbst sammelt und auswertet. Für das Einsammeln dieser Daten ist der erwähnte SmartProxy zuständig.

Bild 1: Die ManageIQ-Appliance lässt sich problemlos innerhalb einer Cloud betreiben, solange sie per Netz ihre Ziel-Umgebungen erreicht.

Hinzu kommt ein ganzer Satz an Funktionen, um virtuelle Umgebungen zu steuern. Neben dem Starten und Stoppen virtueller Systeme gehört dazu das Überwachen von sicherheitsrelevanten Aspekten sowie die Alarmierung im Notfall. Auch hier trifft wiederum das Engine die eigentliche Entscheidung und der SmartProxy ist im Anschluss dafür zuständig, diese auf der jeweiligen Zielplattform zu verwirklichen.

In Sachen Automatisierung und Orchestrierung mischt ManageIQ ebenfalls mit. In virtuellen Umgebungen lassen sich VMs also nicht nur starten, sondern gleich auch so automatisiert herrichten, dass sie für ihren späteren Einsatzzweck zu gebrauchen sind.

Der vierte Themenkomplex beschäftigt sich mit der Integration in andere Systeme oder Prozesse: Über verschiedene ManageIQ-Schnittstellen lässt sich die Lösung in vorhandene Abläufe einbauen und zum Teil auch von Diensten, die nicht zu ManageIQ gehören, steuern und verwalten.

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Ausgabe /2018