Linux Foundation startet Open-Mainframe-Projekt

17.08.2015

Das neue Projekt soll der wachsenden Nachfrage nach Linux auf dem Mainframe gerecht werden.

Die Linux Foundation hat ein neues Projekt gestartet, das sich dem Betrieb von Linux auf Mainframe-Computern widmet. Das Open Mainframe Project wird vor allem von IBM vorangetrieben, was nicht verwundert, da der ehemalige Büromaschinenhersteller heute einer der wenigen Mainframe-Anbieter ist. Erst kürzlich hat IBM mit dem z13 ein neues leistungsfähiges Gerät vorgestellt, das vom Linux-Kernel 4.0 unterstützt wird. Schon seit vielen Jahren gibt es bereits einen Linux-Port für System z von IBM. Allerdings ist auch das Mainframe-Geschäft von IBM rückläufig, sodass sich der Hardwarehersteller offensichtlich gezwungen sieht, sich etwas mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Mit der Gründung des Projekts hat IBM 250.000 Zeilen Code an das Open Mainframe Project übergeben. Außer IBM sind BMC, CA Technologies und das US-amerikanische Marist College Gründungsmitglieder des Projekts.

Unter dem Namen LinuxONE soll es darüber hinaus ein rein Linux-basiertes Mainframe-Angebot von IBM geben, das auf der z13-Hardware basiert und auf dem Ubuntu Linux läuft. Weil es im Mainframe-Bereich zu wenige Entwickler gibt, will IBM im Rahmen des Projekts freien Zugang zu einer LinuxONE-Cloud anbieten. Wer praktische Erfahrungen auf dem eigenen Rechner sammeln möchte, kann dies im Mainframe-Emulator Hercules tun.

Neben der Förderung der Linux-Entwicklung widmet sich die Linux Foundation zahlreichenden angrenzenden Bereichen. So hat es mit Dronecode ein Projekt für die offene Entwicklung von Code für Flugdrohnen ins Leben gerufen. Für die Virtualisierung von Netzwerken bietet die Linux Foundation mit der Open Platform for NFV (OPNFV) und dem Opendaylight-Projekt gleich zwei Anlaufstellen. Auch beim Trendthema Containervirtualisierung gibt es zwei Initiativen: die Open Container Initiative (ehemals Open Container Project) und die Cloud Native Computing Foundation (CNCF).

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