Neues Supercomputer-Ranking

18.06.2012

Im Rahmen der Opening Session der heute eröffneten International Supercomputing Conference ISC '12 in Hamburg wurde die 39te Liste der 500 schnellsten Computer der Welt präsentiert.

Der neue Spitzenreiter  das Sequoia-System (IBM BlueGene/Q) des Lawrence Livermore National Laboratory in den USA erreicht unter Linux mit ingesamt 1 572 864 Cores einen maximalen Linpack-Wert von 16 324,8 Teraflops (16,32 Petaflops). Auf dem Fuß folgt ihm der japanische K-Computer mitr Sparc64-CPUs, der vormalige Spitzenreiter, mit 10 510 Teraflops. Schon auf Platz vier findet sich der eben erst in Betrieb genommene SuperMUC des Leibniz-Rechenzentrums der  Münchner Universitäten und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der schnellste Rechner in Europa, der immerhin 2 897 Teraflops aufzubieten hat und von IBM installiert wurde.

IBM dominiert auch wie in den Jahren zuvor souverän die Rangfolge der erfolgreichsten Hersteller von Supercomputern: 213 der der Top500 stammen von ihm, was einen Anteil von 43 Prozent ausmacht. Auf Platz zwei findet sich HP mit 27 Prozent Anteil, andere Hersteller wie Dell, Fujitsu, Cray oder Bull kommen nur auf einstellige Prozentwerte. Untersucht man die Verteilung der Superrechner nach Regionen, dann entfallen die Hälfte der Installationen auf die USA. Bereits auf dem zweiten Platz folgt mit 14 Prozent China, das in den letzten Jahren sehr stark an Wachstum zugelegt hat. Deutschland (4 Prozent) spielt in einer Liga mit Frankreich (4 Prozent) oder England (5 Prozent), stellt aber mit dem Rechner JuQueen des Forschungszentrums Jülich immerhin ein zweites System unter den Top10 (Platz 8).

Bei den Prozessoren hat Intel seit Jahren ebenso unangefochten die Nase vorn wie IBM bei den Herstellern: Rechnet man die verschiedenen Intel-Prozessortypen zusammen, kommt man auf einen Anteil über 70 Prozent. Dabei sterben Dual-Core- und selbst Quad-Core-Systeme langsam aus, der Trend geht zu 8 bis 16 Kernen pro CPU.

Eines der nach wie vor am meisten diskutierten Themen auf der Konferenz ist die Energieeffizienz. Würde der gegenwärtige Trend fortbestehen, müsste ein Superrechner zum Ende der laufenden Dekade, wenn man den Durchbruch zum Exaflop-Computing erwartet, acht bis neun Megawatt Strom verbrauchen. Allerdings hofft man, diesen Wert bis dahin deutlich senken zu können und konzentriert große Forschungskapazitäten auf dieses Ziel.

Die International Supercomputing Conference begrüßte dieses Jahr die Rekordzahl von über 2100 Teilnehmer aus 55 Ländern, die in mehr als 30 Sessions über 100 Vortragenden folgen werden. Nachdem sie in diesem Jahr zum vierten Mal in Hamburg stattfand, wird der Austragungsort im nächsten Jahr nach Leipzig wechseln.

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