VMware vSphere 5.5: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Viktoriya Sukhanova, 123RF

VirtualisierungIn der virtuellen Sphäre

Virtualisierung gehört zum Standardrepertoire eines modernen Admins: vom Desktop bis zum Server-Verbund. vSphere – einst bekannt als VMware Infrastructure – heißt das Cloud-Computing-Produkt des Virtualisierungspioniers VMware und ist nun in Version 5.5 erschienen.
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Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit heißen die Bereiche, die VMware in der jetzt erschienenen Version 5.5 seiner Virtualisierungslösung vSphere [1] betont. Daneben bringt der Hersteller die Hardware-Unterstützung auf den aktuellen Stand, um mit den Entwicklungen bei der vSphere-Konkurrenz Hyper-V [2] von Microsoft mitzuhalten.

Größere Festplatten mit Abwärtskompatibilität

Zunächst macht die neue vSphere-Version bei der Obergrenze der unterstützten Festplatten einen großen Schritt nach vorne. Sie nutzt die durch Windows Server 2012 eingeführten Möglichkeiten und verwaltet nun bis zu 64 TByte große Speichermedien, statt bisher 2 TByte. Die Anzahl maximal unterstützter CPUs und die zugelassene Arbeitsspeichergröße pro Host verdoppelt die neue Version jeweils auf 320 beziehungsweise 4 TByte. Letzteres gilt nun auch für die kostenlose ESXi-Variante [5] des Hypervisors (siehe Abbildung 1), deren Nutzer sich bislang auf 32 GByte RAM beschränkt sahen. Nicht benötigte Prozessoren versetzt die neue vSphere-Ausgabe in einen Stromsparmodus und nutzt dazu nicht mehr deren Performance States, sondern greift direkt auf ACPI-Funktionen zurück.

Abbildung 1: vSphere 5.5 kommt mit neuen Features.

In Formatfragen bleibt VMware auch bei vSphere 5.5 zum Speichern virtueller Platten dem im eigenen Haus entwickelten, aber dennoch offenen Format VMDK (Virtual Machine Disk) treu, während Konkurrent Hyper-V auf VHDX setzt. VMDK bietet neben der Unterstützung in anderen Virtualisierungsprodukten wie VirtualBox und Qemu den Vorteil der Abwärtskompatibilität. Bei älteren vSphere-Versionen bleibt jedoch deren Begrenzung auf eine Festplattengröße von 2 TByte bestehen, größere virtuelle Speicher liest nur die neue Ausgabe. Der Nachteil von VMDK besteht in einer geringeren Flexibilität: Anders als VHDX-Dateien lässt sich die Größe von VMDK-Images nicht im laufenden Betrieb ändern. Dazu kommt, dass nur der webbasierte Administrations-Client (Abbildung 2) die neuen Medien unterstützt.

Abbildung 2: Der webbasierte Administrations-Client unterstützt einige Funktionen mehr als der native Windows-Client.

Der native Windows-Client (Abbildung 3) fällt an dieser Stelle aus und legt ohnehin den Verdacht nahe, dass VMware diesen etwas vernachlässigt. Auch wenn VMware die schrittweise Verbesserung des Windows-Clients angekündigt hat, weist die beim Web-Client verbesserte Oberfläche mit Drag-and-Drop-Unterstützung und einer Schnittstelle für das in den Enterprise-Varianten enthaltene Hadoop-Plugin darauf hin, dass der Fokus der Entwicklung auf ihm liegt. Der Web-Client ermöglicht nun zudem, auch im laufenden Betrieb SSD-Festplatten hinzuzufügen.

Abbildung 3: Der Windows-Client existiert weiter, spielt jedoch offenbar eine untergeordnete Rolle.

Der Windows-Client verwaltet weiterhin auch kostenlose ESXi-Umgebungen, allerdings besteht hier die alte Grenze von 2 TByte bei virtuellen Festplatten weiter. Wollen Administratoren nicht auf den Web-Client ausweichen, steht ihnen alternativ die kostenlose vCenter-Appliance zur Verfügung. Deren Installation setzt allerdings zunächst einen der beiden anderen Verwaltungs-Clients voraus.

Neue Techniken

vSphere 5.5 unterstützt außerdem das Advanced Host Controller Interface (AHCI). Über virtuelle SATA-Controller stellt die Software auf diesem Weg bis zu 30 virtuelle Festplatten oder optische Laufwerke zur Verfügung. Jede virtuelle Maschine erhält maximal vier SATA-Controller. Dies ermöglicht die Hardware-Virtualisierungsschicht namens Virtual Hardware, die im neuen vSphere Version 10 erreicht hat. Sie unterstützt jetzt auch ausfallsichere Failover-Cluster auf Basis von Windows Server 2012 mit iSCSI und FCoE (Fibre Channel over Ethernet). Die letzteren beiden Techniken transportieren SCSI- beziehungsweise Fibre-Channel-Kommandos zur Kommunikation mit Geräten über ein Ethernet- oder IP-basiertes Netzwerk.

Um die Stabilität zu erhöhen, lagert vSphere 5.5 in der Enterprise- und der Enterprise-Plus-Variante wichtige Systemdaten in sichere Bereiche des Arbeitsspeichers aus. Das soll Abstürze beim Auftreten defekter RAM-Bits verhindern, deren Wahrscheinlichkeit mit der Größe des Arbeitsspeichers zunimmt. Mit Augenmerk auf Desktop-Maschinen erlaubt vSphere virtuellen Systemen für die 3D-Grafikbeschleunigung direkt auf die entsprechenden Chips der Grafikkarte zuzugreifen, auch wenn sie von AMD oder Intel stammen; bislang funktionierte dies ausschließlich mit NVidia-Hardware.

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