Cluster mit Windows Server 2012 R2

Jakub Gojda, 123RF

Zusammen stark

Mit Windows lassen sich hochverfügbare Cluster auf Knopfdruck erstellen – ob virtuell oder real. Auf Wunsch übernimmt der Cluster sogar die vollautomatische, unterbrechungsfreie Aktualisierung von Betriebssystem und Server-Software.
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Der Windows Server 2012 R2 bietet bereits in der Standard-Edition die Möglichkeit, einen Cluster aufzubauen. Das geht zwar auch bereits mit Windows Server 2012, aber nicht mit den Vorgängerversionen. Neu in Windows Server 2012 R2 ist die Option, einen Cluster auch auf Basis von virtuellen Servern aufzubauen und als gemeinsame Datenträger virtuelle Festplatten zu definieren. Diese neue Möglichkeit basiert auf den Neuerungen von VHDX-Festplatten in Windows Server 2012 R2, die kürzlich bereits Thema im ADMIN waren [1].

Wir zeigen, wie Sie einen Cluster mit Windows Server 2012 R2 aufbauen und einrichten. Der Ablauf ist bei virtuellen Servern und physischen Maschinen weitgehend gleich. Der Unterschied besteht nur in der Konfiguration von virtuellen Festplatten als Shared-VHDX-Dateien. Sie können natürlich weiterhin für Cluster andere gemeinsame Datenträger einsetzen, auch wenn Sie einen virtuellen Cluster betreiben.

Darüber hinaus gibt es seit Windows Server 2012 auch die Möglichkeit, auf einem Server VHD-Festplatten als gemeinsamen Cluster-Speicher auf iSCSI-Basis zu definieren. Ab Windows Server 2012 R2 funktioniert dies auch mit VHDX-Festplatten. Ein Vorteil von iSCSI-Zielen als gemeinsamer Datenträger ist, dass sich auch physische Cluster anbinden lassen, während die gemeinsamen VHDX-Festplatten (Shared-VHDX) nur virtuelle Cluster unterstützen.

Live-Migration und Co.

Unternehmen, die Server mit Hyper-V virtualisieren und Hochverfügbarkeit erreichen wollen, setzen dazu auf die Live-Migration von VMs im Cluster. Live-Migration lässt sich allerdings nur mit einem physischen, gemeinsamen Datenträger oder mit iSCSI-Zielen bereitstellen. Die gemeinsamen Festplatten auf Basis von Shared-VHDX unterstützen keine Cluster für die Live-Migration in Hyper-V.

Betreiben Sie Hyper-V in einem Cluster, können Sie sicherstellen, dass beim Ausfall eines physischen Hosts alle virtuellen Server durch einen weiteren Host automatisch übernommen werden. Dazu betreiben Sie die virtuellen Server als Cluster-Ressourcen. Beim Einsatz von virtuellen Clustern können Sie Fehler in Servern ebenfalls abfangen, allerdings keine Fehler der Hardware, da der Cluster virtuell abgebildet ist. Natürlich können Sie die virtuellen Cluster-Knoten auch auf physischen Clustern betreiben. In diesem Fall sind die virtuellen Server vor Ausfall der Hardware geschützt und die virtuellen Cluster-Dienste, zum Beispiel ein Dateiserver, vor dem Ausfall des virtuellen Betriebssystems auf einem virtuellen Cluster-Knoten.

iSCSI-Ziele

Windows Server 2012 R2 stellt virtuelle Festplatten auf Basis von VHDX-Dateien als iSCSI-Ziel im Netzwerk zur Verfügung (Abbildung 1). Diese virtuellen Festplatten können als gemeinsamer Datenträger für Cluster dienen. Um Festplatten als iSCSI-Target bereitzustellen, installieren Sie über den Server-Manager mit »Verwalten/Rollen und Features hinzufügen« den Rollendienst »iSCSI-Zielserver« über »Datei- und Speicherdienste/Datei- und iSCSI-Dienste« . Nach der Installation des Rollendienstes können Sie über den Server-Manager und der Auswahl von »Datei-/Speicherdienste/iSCSI« virtuelle Festplatten erstellen und diese als iSCSI-Ziel im Netzwerk anbieten. Dazu verwenden Sie am besten einen Server im Netzwerk, der nicht Bestandteil des Clusters ist.

Abbildung 1: Windows Server 2012 R2 kann virtuelle VHDX-Platten als iSCSI-Target bereitstellen.

Im Rahmen der Einrichtung legen Sie die Größe und den Speicherort der VHD(X)-Datei fest. Außerdem können Sie über den Assistenten steuern, welche Server im Netzwerk auf das iSCSI-Ziel zugreifen dürfen. Wollen Sie die Festplatten als Cluster-Datenträger nutzen, können Sie hier den Zugriff einschränken. Mit einem einzelnen iSCSI-Ziel können Sie auch mehrere virtuelle iSCSI-Festplatten auf einem Server zur Verfügung stellen. Dazu starten Sie den Assistenten einfach neu und wählen ein bereits vorhandenes Ziel aus.

Haben Sie die einzelnen virtuellen Festplatten erzeugt und iSCSI-Ziel(en) zugewiesen, können Sie sie mit den Cluster-Knoten verbinden. Die virtuellen Festplatten werden nach der Anbindung in der lokalen Datenträgerverwaltung des entsprechenden Servers als normale Laufwerke angezeigt und entsprechend verwaltet.

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