Monitoring-Gipfel

01.12.2011

Eine Zwischenbilanz des Icinga-Projekts gehört mittlerweile zur Tradition der Nürnberger Open Source Monitoring Conference (OSMC). Daneben boten aber auch wieder viele andere Vorträge interessante Einsichten.

"Alles was mit Nagios geht, soll auch mit Icinga funktionieren" lautet Icingas ungeschriebene Policy. Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit, denn der Nagios-Fork ist nicht einfach ein Klon, sondern versteht sich als die bessere Alternative: Mit einem viel weiter ausgebauten Datenbank-Support, mit über 80 Bugfixes, die in Nagios fehlen, mit einem leistungsfähigem Reporting und vielen mehr, was über das Original hinausgeht. Der unterhaltsame Vortrag von Bernd Erk, assistiert von etlichen Mitgliedern der inzwischen 24köpfigen Entwicḱlermannschaft, blickte auf die Neuerungen des am zweiten Konferenztag erschienenen Release 1.6 zurück und gab einen Ausblick auf die kommende Versionen. Drei sollen im nächsten Jahr erscheinen, die Termine stehen bereits fest.
 
Zu erwarten ist beispielsweise eine bessere Integration der Business-View-Funktionen für die Geschäftsprozessüberwachung, für die der Autor des entsprechenden Plugins, Bernd Strößenreuther, das Icinga-Team verstärken will. Ebenfalls in der Planung ist die Einbindung der Message-Queueing-Lösung Zero-MQ, die einerseits eine Lastverteilung ähnlich wie bei Mod-Gearman ermöglichen, darüber hinaus aber als genereller Ansatz für eine verteilte Architektur taugen soll. Auf darüber distribuierte Nachrichten oder Events soll man später von verschiedenen Stellen aus zugreifen können.
 
Die Entscheidung für Icinga, das demonstrierte ein Konferenzbeitrag von Holger Daasch (Deutsche Welle), ist längst nicht immer nur durch vordergründige Kosteneinsparungen motiviert. Im vorliegenden Fall war es insbesondere die in einer heterogenen und stark individualisierten Umgebung nötige Flexibilität, die man von einem kommerziellen Produkt nicht erwarten kann oder sehr teuer bezahlen müsste. Stattdessen konnte die IT-Mannschaft der Deustchen Welle zusammen mit dem Nürnberger Dienstleister Netways dank Icinga die Monitoringlösung auf die anspruchsvolle Aufgabe selbst maßschneidern, um damit Server wie Sendetechnik zu überwachen.
 
Andere Wortmeldungen auf der zweitägigen Konferenz setzten sich unter anderem mit Shinken, der Nagios-Neuentwicklung in Python, auseinander, für die ihr Chefentwickler Jean Gabes aus Frankreich angereist war. Es ging um Neuigkeiten bei Check-MK, Schwierigkeiten in großen Umgebungen oder Hardwaremonitoring via IPMI. Weitere Vorträge drehten sich beispielsweise um dem Performancevergleich verschiedener Nagios-Ableger oder auch um den Konkurrenten OpenNMS. Wie in den Jahren zuvor trugen dabei die perfekte Organisation, das freundliche Tagungshotel und ein anregender Social Event ein Übriges zu einer gelungenen Veranstaltung bei.

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