Das Intelligent Platform Management Interface – IPMI

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Beobachtet

Viele Administratoren verwenden Monitoring-Tools, um ihre Server zu überwachen. Mit IPMI können sie das auch, wenn auf diesen gerade kein Betriebssystem läuft.

Für Linux gibt es eine reiche Palette an Software, um Serversysteme zu überwachen, die funktioniert allerdings nur, wenn das Betriebssystem auch läuft. Wenn es dagegen abgestürzt ist oder ein Einbrecher die Netzwerkfunktion lahmgelegt hat, sieht es mit diesen Tools schlecht aus. Das Intelligent Platform Management Interface (IPMI, [1]) ist dagegen eine Schnittstelle für die Überwachung der Serverhardware, die unabhängig vom Betriebssystem ist.

Wenn kein Betriebssystem läuft, kann der Administrator mit IPMI einen Server herunterfahren oder neu starten. Darüber hinaus verschafft es Zugang zu Hardware-Informationen und Einstellungen, die zum Teil nicht einmal über normale Management-Tools zugänglich sind. Zu Beginn kann die komplexe IPMI-Konfiguration für den Administrator oft frustrierend sein. Es lohnt sich aber spätestens dann, wenn ihm das IPMI-Setup zum ersten Mal die nächtliche Fahrt zum Serverraum erspart.

Derzeit befindet sich die IPMI-Spezifikation bei Version 2.0, häufig sind aber noch Geräte mit 1.5 im Einsatz. Außerdem gibt es Controller, die eine Mischung aus 1.5 und 2.0 implementiert haben. Meist verfügen diese Controller, die oft mit IPMI v1.5/2.0 bezeichnet sind, über stärkere Authentifizierung und unterstützen Serial Over LAN (SOL).

Zentraler Controller

Im Zentrum von IPMI steht eine Hardwarekomponente namens Baseboard Management Controller (BMC). Er verarbeitet Informationen, die er von weiteren Controllern im Servergehäuse erhält, und ist die zentrale Anlaufstelle für die Kommunikation mit der Außenwelt. Einige Barebones haben schon einen BMC eingebaut, bei anderen Boards kann der Administrator einen BMC über einen SO-DIMM- oder PCI-Slot oder ein Flachbandkabel nachrüsten.

Netzwerk-Optionen

Die Verbindung zum Netzwerk-Interface fällt je nach Hersteller unterschiedlich aus. Einige Produkte haben einen LAN-Port, der direkt mit dem BMC verbunden ist, andere verwenden den Anschluss auf dem Mainboard. Ein dritter Typ verwendet den vorhandenen Port und extrahiert den IPMI-Traffic, während er den Rest an das Betriebssystem weiterleitet. Dieser Ansatz, auch "Pass-through" genannt, erfordert die Unterstützung des Betriebssystems, die bei Linux je nach Treiber unterschiedlich ausfallen kann.

Auch die anfängliche Konfiguration unterscheidet sich je nach IPMI-Hersteller stark voneinander. Im einfachsten Fall genügt es, eine IP-Adresse anzugeben, bei anderen muss man erst mehrere Firmwarekomponenten installieren und konfigurieren. Konsultieren Sie die Dokumentation Ihrer Serverhardware, um die spezifischen Schritte herauszufinden. Das Open-Source-Projekt Open IPMI [2] stellt einen IPMI-Treiber bereit, der mit einigen BMCs funktioniert.

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Ausgabe /2014

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