XP-Modus von Windows 7

Galyna Andrushko, 123RF

Bewährtes erhalten

Bei den meisten Windows-Releases der letzten Jahrzehnte wurde den Entwicklern vorgehalten, längst überfällige Innovationen dem Gebot der Abwärtskompatibilität zu opfern. Dank des auf Virtualisierung basierenden XP-Modus können Nutzer von Windows 7 trotzdem XP-Anwendungen ausführen.
Thematischer Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die kontinuierliche Überwachung von Servern, Clients und anderen Geräten im Netzwerk: mit dem IPMI-Plugin, dem ... (mehr)

Dass das Abschneiden alter Zöpfe zwar Mut erfordert, aber oft die beste Lösung ist, um neue Technologien in ein gewachsenes Produkt zu integrieren, hat Microsofts Konkurrent Apple schon häufig unter Beweis gestellt. Man erinnere sich nur an die mutige Abkehr von den Motorola- und PowerPC-Prozessoren, den Austausch des Kernels gegen ein BSD-System oder die Abkehr vom Bios zugunsten der Firmware-Betriebssystem-Schnittstelle EFI (Extensible Firmware Interface). Auch wenn Nutzer älterer Systeme dabei auf der Strecke bleiben, gewinnt der Hersteller in der Regel mit neuen Technologien überproportional mehr zufriedene Kunden.

Windows 7 hat sich im ersten Jahr seiner Existenz über alle Maßen bewährt und lässt den glücklosen Vorgänger Vista im Bewusstsein der Nutzer sicher schnell in Vergessenheit geraten. Windows 7 hat mit seiner Stabilität und Performance auch Skeptiker überzeugt. Selbst Open-Source-Anbeter und Linux-Nutzer attestieren dem jüngsten Redmonder Desktop-Arbeitsgerät einen hohen Reifegrad, was auch darauf zurückzuführen ist, dass Microsoft nicht nur technologisch alte Zöpfe abgeschnitten, sondern auch die Entwicklungsstrukturen und sein Projektmanagement neu ausgerichtet hat.

Lohn der Mühe ist ein zeitgemäßes, schnelles und sicheres Desktop-Betriebssystem, unter dem allerdings klassische XP- beziehungsweise 9x-Anwendungen nicht mehr ohne Weiteres funktionieren, denn die Software-Entwickler müssen jetzt explizit Windows-7-Code schreiben. Gründe für das Ausführen von Museums-Software gibt es jedoch auch heute noch genug: Wer hat nicht noch Programme im Schrank, die unter Windows 7 nicht laufen? Auch Hardware-Schätzchen mit Parallel- oder Seriell-Anschluss, für die es keinen Windows-7-Treiber gibt, können einen legitimem Grund zum Ausführen von XP-Software liefern.

Virtual XP

Um XP-Code unter Windows 7 ausführen zu können, ohne veraltete Bibliotheken und Schnittstellen implementieren zu müssen, setzen die Microsoft-Entwickler, wen wundert's, auf Virtualisierung. Windows 7 bietet dazu optional einen XP-Modus, der auf Microsofts neuester Version des Virtual PC basiert. Der Modus stellt einen kompletten virtuellen Computer mit Windows XP zur Verfügung, mit dem sich beliebige XP-Anwendungen ausführen lassen.

Der XP-Modus auf Basis von Virtual PC integriert sich nahtlos in die Host-Umgebung und ist zudem kostenlos (Abbildung 2). So lassen sich XP-Anwendungen nicht nur auf dem virtuellem XP-Desktop ausführen und nutzen, der Start des jeweiligen Programms ist auch über Programmverknüpfungen im Windows-7-Startmenü möglich. XP-Anwendungen laufen wahlweise auch isoliert in einem Fenster auf dem Windows-7-Desktop, sodass der Anwender keinen Unterschied zwischen virtuellen und nativen Anwendungen bemerkt.

Abbildung 2: Das Integrationsfeature sorgt unter anderem dafür, dass die Laufwerke und Ordner des Hostsystems auch im Gastkontext verfügbar sind.

Integration

Selbstverständlich kann der Nutzer aus XP-Anwendungen Daten im Host-Dateisystem sehen und speichern, die dann auch im Rahmen einer etwaigen Datensicherung berücksichtigt werden. Zudem ist es möglich, USB-Festplatten, Sticks oder andere externe Geräte des Hostsystems mit dem USB-Menü in der virtuellen Maschine verfügbar zu machen (USB-Passthrough). Der Nutzer arbeitet wahlweise mit der isolierten XP-Anwendung oder dem vollständigen XP-Desktop. Beides gleichzeitig geht nicht.

Die Installation von XP-Programmen erfolgt über die zugehörige Setup-Routine auf dem virtuellen XP-Desktop. Dabei sorgt der Nutzer mit Hilfe der Funktion »Integrationsfeature« dafür, dass XP-Applikationen auch im Windows-7-Startmenü auftauchen, von wo aus sie sich wahlweise auch im Fenster-Modus nutzen lassen. Im Übrigen handelt es sich bei der XP-Version des XP-Modus konkret um die Release »XP Professional SP3« . Damit ist es allerdings nicht möglich, die virtuelle XP-Maschine in eine bestehende Domäne aufzunehmen.

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