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oVirt unter Fedora

Im Folgenden demonstriert der Artikel die prinzipielle Inbetriebnahme des Backends auf einer Management-Maschine. Eine ausführliche Dokumentation der Lösung findet sich beispielsweise unter [5]. Die oVirt-Engine setzt neben einem Java Runtime Environment den Applikationsserver JBoss-Server 7 voraus. Da oVirt sämtliche Daten in einer Datenbank speichert, erfordert das Setup außerdem eine PostgreSQL-Datenbank.

Fedora 17 bringt wie CentOS 6.3 von Haus aus die erste stabile oVirt-Version 3.0 mit. Die gerade erschienene zweite stabile oVirt-Version 3.1 lässt sich bei Fedora 17 über die Paketquelle »Fedora -- x86_64 Test Updates« installieren. Fedora 17 bietet dann die neue oVirt-Version 3.1 als Aktualisierung an (Abbildung 1).

Abbildung 1: War oVirt 3.0 bereits installiert, steht oVirt 3.1 zwar einfach als Aktualisierung zur Verfügung, der Admin muss oVirt 3.0 aber trotzdem entfernen.

Ein direkte Upgrade einer installierten oVirt-Version 3.0 in Fedora ist nicht möglich. Wie in den Veröffentlichungshinweisen der aktuellen Version beschrieben, muss der Admin eine installierte oVirt-Version 3.0 zunächst deinstallieren, etwaige existierende virtuelle Maschinen zuvor exportieren, die Paketquellen in Fedora 17 aktualisieren, auf oVirt 3.1 aktualisieren und dann die virtuellen Maschinen wieder importieren. Die für November angekündigte Fedora-Version 18 soll oVirt 3.1 standardmäßig enthalten.

Wahlweise lässt sich das Aktualisieren der für oVirt 3.1 benötigten Paketquellen auch mit Yum erledigen:

yum localinstall http://ovirt.org/releases/ovirt-release-fedora.noarch.rpm

Ovirt selbst lässt sich dann in Form einer Reihe zum Framework gehörender Pakete über die Paketverwaltung installieren, wobei zum Beispiel die Core-Engine mit dem Paket »ovirt-engine« korrespondiert. Dessen Installation mit »yum install ovirt-engine« installiert automatisch auch die übrigen benötigten Pakete, etwa das »Ovirt-Engine-Backend« , das »Configuration Tool for Open Virtalization Manage« , sowie die Pakete »Database Scripts for Open Virtalization Manager« (das die benötigten Tabellen und Konfigurationen in die PostgreSQL-Datenbank schreibt), »ISO Upload Tool for Open Virtalization Manager« , »Log Collector for Open Virtalization Manager« , »Notification Service for Open Virtalization Manager« und »Open API for Red Hat Enterprisse Virtualization Manager« .

Ebenfalls zwingend erforderlich sind die Pakete »Setup and upgrade scripts for Open Virtalization Manager« und »Common Libaries for Open Virtalization Manager Tools« . Der JBoss-Applikationsserver, das JRE (OpenJDK 1.7.0), die PostgreSQL-Datenbank (9.1.3), sowie verschiedene andere Komponenten wie etwa VDSM werden ebenfalls automatisch installiert. Wer oVirt auf dem Hypervisor-Host installiert, braucht lediglich die »ovirt-node*« -Pakete.

Motor starten

Das Paket »ovirt-engine-setup-3.1.0-1.fc17« stellt das Skript »engine-setup« zur Verfügung, das mit Root-Rechten auszuführen ist. Das Skript selbst benötigt mindestens 2 GByte freien Arbeitsspeicher. Wer »engine-setup« bereits zum Installieren und Testen von oVirt 3.0 verwendet hat, muss »engine-cleanup« ausführen, um etwaige Reste einer alten Installation zu entfernen, offene Datenbankverbindungen zu schließen, Tabellen zu löschen und so weiter.

Das Skript fragt eine Reihe wichtiger Parameter ab, darunter auch das Passwort für den Administrator (»admin« ) der Web-Anwendung (»Admin Portal« ), die Datenbank und zeigt in eckigen Klammern die jeweiligen Defaultwerte, die sich mit [Eingabe] übernehmen lassen. Außerdem fragt »engine-setup« nach dem Firmennamen und dem Default-Speicher-Backend. Zur Wahl stehen iSCSI, Fibre Channel und NFS. Letzteres eignet sich gut für einen schnellen Testlauf, wobei das Skript anbietet, ein NFS-Share als ISO-Domäne auf dem lokalen Server anzulegen und der Administrator den gewünschten Mountpoint angeben kann.

Danach bietet das Skript an, die IPTables-Firewall zu konfigurieren und listet noch einmal sämtliche Einstellungen auf, bevor es die oVirt-Einrichtung startet, in deren Verlauf es auch die benötigten Zertifikate generiert und die Datenbank-Tabellen anlegt. Ürigens lässt sich »engine-setup« auch gezielt mit Parametern füttern. »engine-setup -help« gibt darüber Auskunft.

Danach steht das oVirt-Interface unter des Adresse »http://Management-Server« zur Verfügung, wahlweise auch über HTTPS. Zu beachten ist dabei, dass das oVirt-Framework mindestens 4 GByte Arbeitsspeicher benötigt, sonst startet das Webinterface nicht.

Nun kann man sich am User Portal, am Administrator Portal oder am Reports Portal anmelden. Der Account für das Admin Portal lautet »admin« mit dem während der Konfiguration festgelegten Passwort.

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